Rund um Schleswig-Holstein

Wir machten uns auf Schleswig-Holstein zu umrunden. Von Garbsen/Hannover einfach querfeldein auf noch bekannten Wegen nach Eldingen, wo wir unbedingt wieder in der Pension Wasserm├╝hle ├╝bernachten wollten, um auch den ersten Tag nicht zu lang anzugehen (80 Km) und am zweiten Tag nach Heiligenthal (schon wieder ein Hotel Wasserm├╝hle) bei L├╝neburg. Beide Wasserm├╝hlen kannten wir bereits von unserer Radtour Rund um Niedersachsen im letzten Jahr und wir waren wieder begeistert von diesen Bett & Bike-Unterk├╝nften.

Dann ging es auf unerforschten Radwegen nach Sassendorf an der Elbe, weil wir dort unbedingt eine Rast am Melkhus machen wollten. Haben wir gemacht und k├Ânnen dieses Melkhus nur empfehlen. An der Elbe konnte man schon einen hohen Wasserpegel feststellen, wir kamen bei Lauenburg aber noch dr├╝ber, um dann den Radweg Alte Salzstra├če entlang des Elbe- L├╝beck-Kanal zu folgen. Wenn wir hier schon gewusst h├Ątten, das diese an der Ostsee-Seite der letzte gute Radweg sein sollte, h├Ątten wir uns vom ├ťbernachtungshalt in Lankau einen Weg quer durch Schleswig-Holstein gesucht. So machten wir uns am n├Ąchsten Tag auf den Weg nach L├╝beck, wo die Alte Salzstra├če endet und wir auf den Ostseek├╝stenradweg ├╝berwechseln wollten. Hierzu mussten wir uns erst einmal durch L├╝beck durchw├╝hlen, da es dort kaum Ausschilderungen f├╝r Radfahrer gibt. (L├╝beck liegt in unserem internen Deutschland-Ranking, was Radfahrer- Unfreundlichkeit angeht, auf Platz 2 gleich hinter Celle). Irgendwann sind wir dann auf den Hanseaten-Weg gesto├čen, dem wir bis zum Shuttle-Bus in Herrenwyk folgen konnten. Dieser kostenlose Bus f├╝r Radfahrer und Fu├čg├Ąnger brachte uns dann unter der Trave durch auf die andere Seite, da der Tunnel nur f├╝r Autos gebaut wurde. Dann ging es endlich auf einem Regionalradweg nach Travem├╝nde wo wir den Ostseek├╝sten- Radweg auch sofort gefunden haben, da dieser sehr gut ausgeschildert war. Bisher war uns das Wetter gewogen, zwar immer stark bew├Âlkt, aber angenehme Temperaturen von 17 – 22 Grad. Dank des guten Wetters konnten wir entspannt den Ostseek├╝stenradweg ├╝ber Scharbeutz, Neustadt, Gr├Âmitz bis nach Dahme radeln, wo wir eine nette Unterkunft im Bett & Bike Meeresrauschen (ehemals Hotel Daheim) fanden. Da wir die Unterk├╝nfte nie im Voraus buchen, um uns nicht unter Zeitdruck zu setzen, sind wir doch jedes mal froh, eine nette Unterkunft zu bekommen. Der Bett & Bike-F├╝hrer vom ADFC ist da schon seit einigen Jahren eine sehr gute Hilfestellung.

Wir sind gestartet mit Werkzeug, 4 Ersatzschl├Ąuchen, Verbandszeug und weiteren Ersatz- Kleinteilen. Und dies war die erste Tour auf der wir nichts davon gebraucht haben, mal abgesehen vom Maulschl├╝ssel, um den Ledersattel nachzuspannen. Schwalbe sei Dank hatten wir keinen Plattfu├č, die vielen Stolpersteine und Schlagl├Âcher, besonders auf dem Ostseek├╝stenradweg, konnten wir umfahren.

Soviel Gl├╝ck genau wie beim Wetter, das haben wir die letzen Jahre noch nicht erlebt. Und verfahren haben wir uns nat├╝rlich wie jedes Jahr erst wieder kurz vor zu Hause, weil da kennt man sich ja am besten aus.

Am 5ten Reisetag kam dann das k├╝hle Nass von oben. Es war merklich k├╝hler geworden und regnete in Bindf├Ąden. Trotzdem machten wir uns in Dahme auf den Weg in Richtung Fehmarn. Endlich mal die K├╝ste bei Regenwetter abradeln, mal was anderes, als immer nur Sonnenschein. Mittags in Gro├čenbrode vor Fehmarn angekommen, haben wir den Regen satt und entschlie├čen uns in der Pension Sch├Âning f├╝r 2 N├Ąchte zu bleiben, um dann am n├Ąchsten Tag, bei hoffentlich besserem Wetter, in aller Ruhe Fehmarn zu erkunden. Nachmittags haben wir daher noch jede Menge Zeit (zwischen den jetzt vereinzelten Regenschauern) das Festland um Gro├čenbrode zu Fu├č zu erkunden und ausgiebig Kaffee und Kuchen auszuprobieren.

Die als K&K-Pause in die Geschichte eingehenden Tourenpausen, hatten damals im ersten Jahr unserer Deutschlandtouren f├╝r Verstimmung gesorgt. Ich brauche w├Ąhrend der Tagesetappen nur alle 2 Stunden meinen Kaffee und Teilchen, dann ist die Welt f├╝r mich in Ordnung. Mein Sonnenschein wollte doch allen Ernstes was richtiges zu Essen, so Schnitzel und so. Konnte ich anfangs gar nicht verstehen. Inzwischen haben wir die ├ťbereinkunft, tags├╝ber K&K (wobei mein Sonnenschein meist belegte Br├Âtchen isst) und abends wird dann in aller Ruhe sch├Ân gegessen.

Am Abend sind wir in einer Regenpause dann noch mal zur Fehmarnsund-Br├╝cke geradelt, um schon mal zu schauen, wo wir am n├Ąchsten Tag lang kommen. Der Zugang zur Br├╝cke f├╝r Radfahrer f├╝hrt auf verschlungenen Wegen zu einer Drahtt├╝r in der Bundesstra├čen-Absperrung, und das auf der linken Fahrbahnseite. Den Zugang muss man erstmal finden.
Am n├Ąchsten Morgen war das Wetter etwas trockener, aber stark windig. Wir machten uns trotzdem auf den Weg, auch wenn wir dann ├╝ber die lange Fehmarnsund-Br├╝cke schieben mussten, um nicht vom Rad gefegt zu werden.┬áDr├╝ben angekommen haben wir uns f├╝r rechts rum radeln entschieden, da die Wolkendecke dort besser aussah, als links. Welch Trugschluss! Kurz nach der Entscheidung f├╝r rechts rum, fing es auch schon an zu nieseln und wurde bis Puttgarden immer schlimmer. Zudem fegte auch auf Fehmarn der Wind ziemlich stark, da hatten wir an einigen Passagen des Radweges, die direkt am Strand lagen, schon Bedenken, ob das Wasser jetzt auch noch von unten an uns rankommt. In Puttgarden trafen wir die Wetter- Entscheidung, Fehmarn nicht ganz zu umrunden und sind geradeaus zur├╝ck zur Fehmarnsund-Br├╝cke geradelt. Unterwegs in Albertsdorf fanden wir noch ein nettes Hofcafe, wo wir zum aufw├Ąrmen einen Kaffee draussen unter dem Sonnenschutz genossen, denn sich mit nassen Klamotten hinsetzten geht gar nicht und erst die Regenklamotten ausziehen und dann wieder in die kalten, nassen Klamotten wieder rein ist noch schlimmer.┬áDann ging es ├╝ber die Br├╝cke, diesmal durften wir auch radeln, da der Wind sich gelegt hatte. In der Pension angekommen, schnell die Klamotten in den Trockenraum, damit sie am n├Ąchsten Tag f├╝r die Weiterfahrt wieder einsatzbereit sind.

Der 7te Reisetag verging wie im Flug. Morgens beim Aufstehen schon strahlender Sonnenschein. Nach einem ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck machten wir uns in Gro├čenbrode auf in Richtung Kiel. Wir folgen weiter dem Ostseek├╝stenradweg. Nach kurzer Wegstrecke stellen wir fest, das wir neue Bremsbel├Ąge brauchen, der viele nasse Sand auf den letzten Wald- und Feldwegen und die vielen H├Âhenmeter (insgesamt 5.169 ├╝berwundene H├Âhenmeter auf der Tour) hat unsere Bremsbel├Ąge abgeschmirgelt.

Im sch├Ânen Heiligenhafen angekommen, fragen wir gleich nach dem Fahrradh├Ąndler und finden ihn dann gleich um die Ecke. Leider hat dieser nicht einen Bremsbelag f├╝r unsere HS11 von Magura. Also genie├čen wir noch etwas das sch├Âne Wetter am Hafen und radeln dann weiter Richtung Oldenburg. Dort bekommen wir beim Fahrradh├Ąndler dann auch unsere 8 Bremsbel├Ąge. Nachdem wir diese ausgewechselt haben, gibt es erstmal eine K&K-Pause und dann geht es weiter. Dieser Abschnitt vom Ostseek├╝stenradweg f├╝hrt haupts├Ąchlich durchs Land und wird erst wieder bei Hohwacht an die Ostsee ran gef├╝hrt.

Nach Hohwacht geht es wieder ins Landesinnere, sodass die Etappe immer wieder anderes zu sehen bietet.┬áDas sch├Âne Wetter und der R├╝ckenwind schiebt uns dann an der Strandpromenade ab Stakendorferstrand bis nach Laboe. Von Brasilien und Kalifornien haben wir gar nichts mitbekommen, obwohl wir uns vorgenommen hatten, uns diese Orte anzusehen.

Da uns die F├Ąhre in Laboe zu teuer war, sind wir einfach weiter geradelt nach Kiel rein.
In Kiel schlugen wir unser Nachtlager im einzigen Nicht-Bett&Bike der Tour auf, im Intercity-Hotel Kiel.┬áUnsere bisher sch├Ânste Tagesetappe mit 118 km bei Sonnenschein und 24 ┬░ und viel R├╝ckenwind, gerade an der Strandpromenade, die zudem noch kilometerlang gut asphaltiert war. Diese Etappe hatte alles zu bieten. Die Ostsee, Strand, Schiffe, Landschaft, auch mal 2 km Bundesstra├čenradweg, gro├če Binnensee, Truppen├╝bungsplatz (Putlos), Naturschutzgebiete und viele Waldgebiete.

An unserem 8ten Reisetag kommen wir etwas sp├Ąter los als sonst, da wir das unversch├Ąmt teure Fr├╝hst├╝ck im Intercity-Hotel Kiel erstmal ausgiebig in Anspruch nehmen mussten. Und dann geht es erstmal die Kieler F├Ârde hoch, wo wir gro├če P├Âtte gucken mussten. ┬áDabei konnten wir auch noch ein sch├Ânes Segelschiff entdecken. ├ťber Wik kommen wir dann an den Nord-Ostsee-Kanal. Mit einer kleinen F├Ąhre f├╝r Radfahrer und Fu├čg├Ąnger setzten wir (kostenlos) ├╝ber den Kanal ├╝ber.

Da wir die letzten Tage meist die Ostsee bewundern durften, haben wir entschieden, heute mal entlang des Kanals einen Abstecher in das Landesinnere zu machen.┬áSo radeln wir bei Sonnenschein und 24 ┬░ entlang des Nord-Ostsee- Kanals auf der DFS (Deutsche F├Ąhrstra├če) bis nach Schinkel, wo der Radweg kurz vom Kanal wegf├╝hrt. Welch Gl├╝ck f├╝r uns, denn in Schinkel entdecken wir am Wegesrand eine Vollwert- B├Ąckerei. Das lassen wir uns nicht entgehen und legen gleich mal eine K&K- Pause ein. Lecker! Und bei dem Wetter machte das draussen sitzen auch viel mehr Vergn├╝gen, wenn man andere Leute beobachten kann, die gesch├Ąftig hin- und her eilen.┬áNach dem kurzen Abstecher durchs Land kommen wir nach 10 km wieder an den Kanal ran, wo wir dann aber erstmal einige H├Âhen erklimmen m├╝ssen.
Kaum haben wir diese geschafft, ist der Radweg am Kanal gesperrt. Eine Treppe an einem Wasserfall f├╝hrt vom Kanal weg, die ich erstmal zu Fu├č erkunde, bevor wir die R├Ąder da rauf schleppen. Nach der Treppe kommt aber nur noch Feld. Was nun. Da kommt nach uns eine gro├če Radfahrer-Gruppe an, die genauso ratlos schaut. Wir einigen uns, das wir voraus, den gesperrten Radweg weiterfahren (da wir die schnelleren sind), und sollten es dann doch nicht weitergehen und wir umkehren m├╝ssen, dann muss die nachfolgende Gruppe nicht den ganzen Weg zweimal zur├╝cklegen.

Wir kamen aber alle durch, da nur wegen einem Bautrupp (2 Mann) gesperrt war, welche Pf├Ąhle in die Hangbefestigung einbrachte. So erreichten wir unser erstes Tagesziel, die geteilte Stadt Sehestedt. Hier biegen wir dann ab, um einem Regionalradweg nach Eckernf├Ârde zu folgen. Die in der Tourenkarte eingezeichneten H├Âhenmeter┬á sehen auf der Karte so leicht aus, haben uns in der Natur aber wieder einiges abverlangt. Und so waren wir froh, dann endlich bergab in Eckernf├Ârde einzurollen. Hier kommen wir auch gleich wieder auf den Ostseek├╝sten- Radweg, aber erstmal machen wir am Strand von Eckernf├Ârde eine ausgiebige Mittagspause, da der Blick ├╝ber den Strand und die Bucht so sch├Ân ist. Auch hier werden wir wieder von einigen Passanten/Radfahrern angesprochen, wo wir herkommen und wohin es gehen soll. Unsere Karte im Kartenhalter am Lenker verwechseln viele mit einem iPad.

Frisch gest├Ąrkt geht es jetzt nach dem Hafen von Eckernf├Ârde wieder ins Landesinnere, vorbei am Hemmelmarker See nach Ludwigsburg. Dort entdecken wir erst auf den zweiten Blick das alte Rittergut Ludwigsburg.┬áNeugierig radeln wir mal durch das Burgtor und entdecken einen Hofladen und ein Hofcafe. Zeit f├╝r eine K&K-Pause. Der Kuchen ist so lecker, das ich gleich 2 St├╝cke nehme. Nach uns kommen immer mehr Radfahrer und lassen sich im Cafe nieder.
├ťber Waabs und Ostseebad Damp (schrecklich!) radeln wir auf Kappeln zu, wo wir unsere Nachtruhe verbringen wollen. Nach Bestaunen der Klappbr├╝cke und der sch├Ânen Stadt, m├╝ssen wir am Bett & Bike leider feststellen, das alle Zimmer belegt sind. Also radeln wir dann weiter, um uns am Wegesrand nach einer anderen Unterkunft umzusehen. Bis Schwackendorf kommt aber keine Unterkunft mehr, die uns zusagt, sodass wir direkt zum Bett & Bike in Schwackendorf radeln. Welch ein Gl├╝ck! Wir bekommen dort, nachdem wir die Pensionswirtin aus der Badewanne gelockt haben, ein super Appartement, gerade neu renoviert f├╝r uns alleine. Kaputt und m├╝de fallen wir nach einer Dusche auch gleich ins Bett und sind aber schon fr├╝h morgens wieder ausgeruht und fit. So haben wir das Gl├╝ck, beim Fr├╝hst├╝ck auf der Terrasse ein Reh im Garten beobachten zu k├Ânnen, welches unbek├╝mmert dort verweilt.

Bei leichten Nieselregen fahren wir am 9ten Reisetag dann los. Der Nieselregen bleibt uns entlang der Ostsee erhalten, st├Ârt aber nicht weiter. Erst an der Geltinger Bucht wird der Regen st├Ârend stark, so dass wir in Nordgaardholz erstmal eine K&K-Pause (mit Fischbr├Âtchen) machen. Danach wird das Wetter auf dem Weg nach Gl├╝cksburg immer besser. Trotzdem hatten wir bei Habernis unsere liebe M├╝he, durch die aufgeweichten Waldwege und riesigen Pf├╝tzen durchzukommen und danach m├╝ssen wir bei Osterholz dann auch noch starke Steigungen bew├Ąltigen. Am Ende der Tour stellen wir dann auch fest, das dieser Tourtag der mit den meisten H├Âhenmetern war (731 mtr rauf). In Gl├╝cksburg sehen wir uns das Wasserschlo├č noch an und radeln dann weiter nach Flensburg. Dort wird es noch h├╝geliger, so das wir denken, wir sind schon wieder zu Hause im Deister. Am Anfang von Flensburg mussten wir dann die R├Ąder noch eine steile Treppe rauftragen, da die Alternativstrecke nicht mit Km ausgezeichnet war und wir keine gro├čen Umwege machen wollten. Nach der K&K-Pause, die wir nach der Treppe dringend brauchten, sehen wir uns noch den Hafen mit vielen Segelschiffen an und dann ging es nochmals richtig bergauf nach Krusa (DK).

Damit war der Ostseek├╝stenradweg abgeradelt und wir folgten jetzt dem Nord-Ostsee- Radweg und der d├Ąnischen Route 8 und kamen dann am Abend nach Jardelund, wo wir uns erstmal die sch├Âne Obstwiese ansahen, bevor wir uns im Bett & Bike einquartierten. Zum Essen radelten wir noch mal 5 km nach Medelby. Dort gab es f├╝r beide erstmal ein gro├čes Zigeunerschnitzel und ein Weizenbier (alkoholfrei), um den Akku wieder aufzuladen. Auf dem Weg nach Medelby konnten wir in letzter Sekunde einem sehr tiefen Schlagloch ausweichen. Medelby machte den Eindruck, als w├Ąre der ganze Ort nur von der EU bezahlt/gef├Ârdert worden (Stra├čenlaternen, Bushaltestellen, B├Ąnke etc. alle mit EU- F├Ârderschildern).

Nach dieser anstrengenden Etappe, die wirklich alles geboten hat, freuen wir uns auf die flachen Nordsee-Etappen.

Nach einem sehr ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck starten wir in unseren 10ten Reisetag. Wir wollen heute dem GRZ (Grenzradweg) und dem NOR (Nord-Ostsee-Radweg) ├╝ber D├Ąnemark hin├╝ber zur Nordsee folgen. ├ťber Ladelund bis Westre war es ein leichtes Radeln durch leicht welliges flaches Land. Erst als es dann Richtung Norden nach D├Ąnemark ging, wurde die Radwegef├╝hrung etwas eint├Ânig. Keine allzu sch├Ânen Landschaften und kaum etwas zu sehen, wenn wir mal von dem ehemaligen Grenzh├Ąuschen absehen. Bis nach Tonder rein war es nicht gerade sch├Ân, aber dort angekommen, wurden wir durch eine sch├Âne Innenstadt, herrliche Wasserl├Ąufe (k├╝nstliche und nat├╝rliche) und viele sch├Âne Bauten entsch├Ądigt.

Tonder wurde uns von vielen Leuten nahegelegt zu besuchen, gut das wir auf die Leute geh├Ârt haben. Ein sehr sch├Ânes M├Âbelhaus gab es zu bewundern, welches die immer gleichen H├Ąuser der deutschen M├Âbelketten weit in den Schatten stellte. Da Tonder unser n├Ârdlichster Punkt auf der Radreise war, mussten wir von hier nat├╝rlich auch erstmal alle Verwandten und Bekannten mit einer Postkarte versorgen, damit diese auch wissen, das wir noch radeln. Vor der Touristinfo machten wir dann erstmal unsere ├╝bliche K&K- Pause und hatten von hier auch schon einen sch├Ânen Blick auf die Alte Apotheke. Dort gab es unz├Ąhlige Souvenirs und auch die st├Ąndige Weihnachtsausstellung zu bestaunen. Ein etwas seltsames Gef├╝hl bei 27 Grad und Sonnenschein.

Von Tonder wollten wir nach Rosenkranz zum NSEE (Nordseeradweg), was aufgrund der etwas konfusen Radwegausschilderung in D├Ąnemark nicht so einfach war, so dass wir froh waren, dann auf nicht nachvollziehbaren Wegen, doch noch dort anzukommen. Der NSEE f├╝hrt ab der Grenze entgegen seinem Namen dann quer durchs Land bis nach Nieb├╝ll, wo wir bereits am fr├╝hen Nachmittag bei unserer K&K-Pause entschlossen, f├╝r heute aufzuh├Âren, da wir beide nicht gut drauf waren. Beim Studium des Bett&Bike- Verzeichnis fanden wir eine Pension in S├╝derende,wo wir gerade vorbeigekommen sind. Unser Gl├╝ck hat uns noch nicht verlassen und wir bekamen auch ein sch├Ânes Doppelzimmer. Die Pension S├╝derende liegt auf einer Warft direkt vor Nieb├╝ll an der Eisenbahnstrecke nach Sylt. Dort erledigten wir erstmal eine kleine W├Ąsche der Kleidung und von uns selbst und radelten dann noch einmal nach Nieb├╝ll rein, um den dort entdeckten Fahrradh├Ąndler aufzusuchen, um mal den Reifendruck zu pr├╝fen. War nicht ganz so leicht, da es bei diesem Fahrradh├Ąndler anscheinende keinen gab, der sich so etwas mit Fahrr├Ądern auskannte, war etwas komisch. Danach gab es noch ein leckeres Eis, wo wir im Eis-Cafe dann dachten wir sind bei „Versteckter Kamera“ oder in einer Live- Version von Mario Barth. Zwei Tische weiter sa├č eine Mutter, die st├Ąndig ihrem spielenden Sohn etwas zurief, z.B. Phil-Cedrik komm aus der Telefonzelle raus, Phil-Cedrik – nicht die Polizei anrufen, Phil-Cedrik – nicht die Schachfiguren umschmeissen, Phil-Cedrik – la├č die Fahrr├Ąder stehen usw.! Man gut, das der zweite Sohn friedlich sein Eis geschlemmt hat.

Nach dem notwendigen Fahrradputz (hihi – mit meiner Rohloff-Schaltung hatte ich relativ wenig zu putzen, daf├╝r durfte ich meinem Sonnenschein beim putzen der Kettenschaltung zusehen) gab es dann ein kleines Abendbrot. Den sonnigen Tag haben wir dann mit einem Flens im Garten vor der Pension ausklingen lassen.

Das Fr├╝hst├╝ck am n├Ąchsten Morgen war g├Âttlich. Neben allerhand Sorten Obst gab es viele verschiedene selbstgemachte Marmeladen, Wurst, K├Ąse, Quark und vieles mehr. Man merkte, das die Pensionswirtin schon seit Anbeginn der Bett&Bike-Hotels dabei ist und genau wei├č, was ein Radfaher braucht. So gest├Ąrkt machten wir uns wieder auf die Reise, um den NSEE weiter zu folgen und auch mal an die Nordsee zu kommen.

Und endlich, am 11ten Reisetag kamen wir an die Nordsee, mein Sonnenschein konnte es kaum noch erwarten, da sie bereits an der Ostsee nicht ins Wasser kam.
Kurz vor Dageb├╝ll sahen wir die See bzw. das Watt das erste Mal. Es war nat├╝rlich gerade Niedrigwasser/Ebbe. Wie wir geplant hatten, schob uns der st├Ąndige R├╝ckenwind die Deiche entlang, mal auf dem Deich, mal vor dem Deich und manchmal auch hinter dem┬áDeich, aber immer mit R├╝ckenwind. Nur die gesch├Ątzten 580 Schafgatter bremsten unser Vorw├Ąrtskommen.
Nach einem der vielen Schafgatter bogen wir vom NSEE ab nach Ockholm um mal einen Kaffee zu genie├čen.

In Ockholm fanden wir den K├╝sten-Koopmann, der uns mit allem versorgen konnte. Neben Kaffee und Kuchen bzw. Br├Âtchen auch eine sch├Âne neue Winterstrickm├╝tze (Aufdruck MOIN MOIN) und einen Echt Ockholmer Rasenm├Ąher f├╝r die Daheimgebliebenen. Vom K├╝sten-Koopmann bekamen wir auch einen sehr guten Tip, was die Weiterfahrt angeht. Obwohl wir zur Freude meines Sonnenscheins die Nordsee gerade gefunden hatten, folgten wir ab Ockholm einen gerade erst er├Âffneten, neu angelegten Radweg (da haben die Reifen nur so geschnurrt) durch den S├Ânke-Nissen-Koog bis nach Cecilienkoog. Der Geschichte des K├╝sten-Koopmann nach ist die gesamte Landschaft vor einigen Jahrzehnten von einem reichen Schweden aus S├╝dWestafrika vor der Pleite gerettet worden, unter der Bedingung, das alle H├Ąuser dort nur gr├╝ne D├Ącher haben sollten und alle Ortschaften nach den Bahnstationen in S├╝dWest-Afrika benannt werden.

Wir haben das ├╝berpr├╝ft und es stimmte, nicht nur die ├Ąlteren H├Ąuser und H├Âfe hatten gr├╝ne D├Ącher, sondern auch alle Neubauten.
├ťber einen Regionalradweg kommen wir wieder auf den NSEE zur├╝ck und radeln diesen, wieder mit unz├Ąhligen Schafgattern, die uns immer wieder ausbremsen, in Richtung Husum ├╝ber die Halbinsel Nordstrand mit witzigen Orten wie S├╝den und Westen. Durch die Inselumrundung m├╝ssen wir das erste Mal mit Gegenwind radeln, um von Nordstrand wieder runter zu kommen. In Husum gab es nach der Anstrengung erstmal anst├Ąndig was zu essen. Auf dem sch├Ânen Marktplatz von Husum machten wir es uns in der Sonne bequem und ├╝berlegten uns dabei, wieweit wir heute noch radeln m├Âchten. Bad Sankt Peter-Ording wurde als Nahziel auserkoren.

Von Husum verlief der NSEE wieder haupts├Ąchlich durchs Landesinnere und wurde anfangs aus Husum raus an wirklich stark befahrenen Stra├čen langgef├╝hrt, das war nicht so sch├Ân und angenehm, zumal durch ein Industriegebiet auch sehr viele LKW unterwegs waren. Ab Simonsberg machte das Radeln dann wieder Freude, auch wenn die Sonne uns ├Âfters zum trinken anhalten lie├č. Abseits von den Stra├čen radelten wir dann bis nach Garding, wo wir von einem Hotel, welches belegt war, den Tipp mit der Schlopstuv bekamen. Unser Anruf ergab eine freie Schlafstelle und 2 Minuten sp├Ąter waren wir schon da. Das Bett&Bike Schlopstuv (Schlafstube) bestand aus lauter einzelnen Holzh├╝tten bzw. Bauwagen, die gem├╝tlich eingerichtet waren. Da wir an diesem Freitag, die einzigen G├Ąste waren (ab Samstag waren sie dann ausgebucht) konnten wir uns unsere H├╝tte aussuchen. Wir haben nat├╝rlich die H├╝tte GARDING genommen. Ganz lieb herumgef├╝hrt und betreut von Anke, die daf├╝r sorgte, das wir uns gleich wohl gef├╝hlt haben.

Ein Bauwagen war als gem├╝tliches Fernsehzimmer eingerichtet, wo wir noch kurz die Wetteraussichten ansahen, bevor wir dem Tipp von Anke nachgingen und in der Stadt/ Dorf-mitte bei einem Italiener hervorragend zu Abend essen. In der Schlopstuv gab es leider kein Fr├╝hst├╝ck, so das wir das erste Mal die Erfahrung machten, erst unsere Sachen zu packen und dann zum B├Ącker fr├╝hst├╝cken gingen. Das bewahrte uns auch vor einem heftigen Regenschauer, welcher nach unserem Fr├╝hst├╝ck in leichten Nieselregen ├╝berging, der sich dann aber im Laufe des Tages verfl├╝chtigte.

Der NSEE-Radweg f├╝hrte uns dann nach Sankt Peter-Ording. F├╝r den Bekanntheitsgrad ist dieser Ort ziemlich trostlos. Vielleicht nur was f├╝r Strandurlauber. Um ├╝berhaupt an das Wasser/Strand zu kommen sollten wir 3,- Euro/Person zahlen, das haben wir uns gespart, da eh Ebbe war. Hinter dem Ort bei B├Âhl konnte man dann auch kostenlos an den Strand, was wir dann auch genutzt haben, um die vielen Kite-Surfer und Strand-Reiter zu beobachten.Dann geht es auf gut ausgebauten Wegen und viel R├╝ckenwind in Richtung B├╝sum, vorbei am Eidersperrwerk.

In B├╝sum gibt es erstmal f├╝r beide eine warme Suppe, da der Wind zwar von hinten kommt, aber trotzdem leicht k├╝hl ist. Hinter B├╝sum f├╝hrt der NSEE wieder ins Landesinnere und mein Sonnenschein beklagt 3 Tage Nordsee bei Ebbe, wo sie nicht einmal ins Wasser konnte. Im h├╝bschen Sankt Michaelisdonn gibt es zur Belohnung f├╝r die lange Tagesetappe einen gro├čen Apfelkuchen mit Sahne. Danach gab es noch ├╝berraschenderweise einige starke Steigungen zu erklimmen, bevor wir nach Averlak kommen, um dort das Bett&Bike zu finden. Es liegt in der Hauptstra├če 149 und wir kommen nat├╝rlich bei der Hausnummer 1 in den Ort. Das mu├č die l├Ąngste Hauptstra├če in Deutschland sein. Am Ende kommen wir dann doch zum Hof L├╝ttgens, wo wir eine sehr nette Unterkunft bekommen. Ein gerade erbautes Appartement mit gro├čem Aufenthalts-/ Schlafraum, Toilette, seperates Badezimmer und Garderobenflur. Da k├Ânnte man es auch viele Tage aushalten, aber wir wollen ja am n├Ąchsten Tag weiter, da wir uns in Henstedt- Ulzburg mit einem ehemaligen Kollegen verabredet hatten.

Gleich am n├Ąchsten Morgen merkten wir, das jetzt der Sommer richtig durchkommt. Nach bisher angenehmen Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad bei vielfach bew├Âlkten Himmel, war es jetzt schon morgens bei 18 Grad warm und wurde im Laufe des 13. Etappentags noch w├Ąrmer bis 26 Grad. Wir radelten zum NOS- Kanal und folgten diesem bis Brunsb├╝ttel. Hier setzten wir wieder mit einer kostenlosen F├Ąhre ├╝ber, um dem NSEE, hier vereint mit dem Elberadweg, die Elbe entlang zu radeln. Bei sehr starkem R├╝ckenwind (zu erkennen an den verzehrten Gesichtern, der Radfahrer, die uns entgegen kamen) flogen wir f├Ârmlich dahin, nur st├Ąndig abgebremst durch die obligatorischen Schafgatter. Kurz vor Brokdorf gibt es dann endlich einen Sandstrand, so das mein Sonnenschein bei herrlichem Wetter auch noch mal das Wasser (wenn auch nur Elbewasser) genie├čen kann. Der Wasserstand ist inzwischen noch ein wenig h├Âher, als bei unserer Erst├╝berquerung in Lauenburg am Anfang der Tour. Wir verfolgen nat├╝rlich die t├Ąglichen Hochwasser-Meldungen im Fernsehen, damit wir auch noch rechtzeitig ├╝ber die Elbe nach Hause kommen k├Ânnen, bevor alles abs├Ąuft.

Aber noch ist das Wasser f├╝r die Radwege nicht gef├Ąhrlich. ├ťber drei Sperrwerke (Kr├╝ckau, Pinnau und St├Âr) radeln wir nach Gl├╝cksburg (eine sehr h├╝bsche Stadt mit modernem Hafen und viel Flair) und machen erstmal K&K-Pause.

Danach geht es noch ein wenig weiter die Elbe entlang bis nach Hohenhorst und dort biegen wir ab ins Landesinnere nach Heist. Da die Feuerwehr in Heist gerade Tag der offenen T├╝r hatte, haben wir uns dort erstmal mit lecker selbstgebackenem Kuchen und einem Pott Kaffee versorgt. Danach beziehen wir im Bett&Bike Lindenhof unser Quartier. Ein normal gutes Hotel, aber mit unwahrscheinlich

gutem Essen (was man auf dem Lande sehr h├Ąufig bekommt). Gut ges├Ąttigt vertreten wir uns im Dorf danach noch mal die Beine, um mal eine andere Bewegung zu bekommen, und dann geht es m├╝de ins Bett, das Fu├čballspiel Deutschland – USA bekommen wir nur noch im Halbschlaf mit.

Am n├Ąchsten Tag, unserem 14. Etappentag, radeln wir, nachdem wir uns beim Edeka mit Reiseproviant und viel Wasser versorgt haben, den Ochsradweg bis oberhalb von Langeln. Da wir heute nur 50 km vorhaben bis Henstedt-Ulzburg, bummeln wird durch die Landschaften. Felder und Wiesen, kleine D├Ârfer und ohne gro├če Steigungen machen das Bummeln zum Genu├č. Bereits am Mittag sind wir in Henstedt-Ulzburg angekommen und beziehen erstmal unsere Unterkunft (Hotel Scheelke, sehr zu empfehlen). Nach einer Dusche erkunden wir den Ort, essen zu Mittag und lassen uns danach auf ein Weizenbier im Hotelgarten nieder. Beim k├╝hlen Weizenbier sprechen wir noch unsere Strecke f├╝r den morgigen Tag durch. Am fr├╝hen Abend besuchen wir unseren ehemaligen Arbeitskollegen (Gru├č an Daniel, Susi und Alexandra).

F├╝r unseren 15. Etappentag haben wir uns eine gro├če Strecke vorgenommen. Wir f├╝hlen uns gut an diesem Morgen und gehen unsere Tagesziele (Grasberg bei Bremen und viele Melkh├╝ser) gut gelaunt an. Die ersten 40 km gehen wir in hohem Tempo an, entlang der B4 nach Hamburg-Blankenese, damit wir ab dort ausreichend Zeit f├╝r das Alte Land und die zu findenden Melkh├╝ser haben. Aufgrund des noch frischen Morgens geht dies auch sehr gut. An der Elbe angekommen, ist die Temperatur dann aber schon auf 27 ┬░ angestiegen. Mit einer kleinen F├Ąhre setzen wir ├╝ber die Elbe. Am anderen Ufer, wieder in Niedersachsen, wollten wir erstmal eine K&K-Pause machen, mu├čten dann aber bis nach York radeln, da es vorher nichts gab (wahrscheinlich war es noch zu fr├╝h f├╝r die Cafeh├Ąuser).

F├╝r das Alte Land haben wir die richtige Zeit aber verpasst, die Kirschbl├╝te war vorbei und die Apfelbl├╝te war noch nicht zu sehen. Daher sahen wir nur lange, lange Reihen von B├Ąumen.

Hinter York radeln wir ├╝ber verschiedene Regionalradwege Richtung S├╝den, um auf den HH-HB-Radweg zu kommen. Als wir diesen in Heeslingen erreichen, finden wir dort unser erstes Melkhus. Ein sehr sch├Ânes Gel├Ąnde am Melkhus l├Ą├čt uns l├Ąnger verweilen, auch um die vielen Spezialit├Ąten zu probieren. Der „L├Âffelkuchen“ hat es uns beiden besonders angetan. Schweren Herzens brechen wir dann doch wieder auf, aber das n├Ąchste Melkhus kommt bestimmt.

Auf guten Wegen radeln wir durch Felder und W├Ąlder in welligem Gel├Ąnde nach Tarmstedt. Gleich am Ortseingang finden wir wieder das Melkhus und g├Ânnen uns nochmal einen frischen Trinkjoghurt (Pina-Kuh-Lada) und spielen mit dem Hofhund Fu├čball.

Einige Kilometer weiter erreichen wir dann nach 127 Km unser Etappenziel in Grasberg bei Bremen. Dort fallen wir nach einem Abendessen und dem notwendigen Weizen m├╝de ins Bett.
Kurz vor Grasberg begann bereits der sogenannte Jan-Reiners- Radweg, dem wir an unserem 16. Reisetag weiter nach Bremen rein folgen. Jan-Reiners war eine Torfbahn die bis in die f├╝nfziger Jahre den Torf nach Bremen-Findorf (und am Sonntag die Ausfl├╝gler) brachte. Nach der Einstellung wurden die Bahngleise zum Fahrradweg umgebaut, so dass man abseits des Verkehrs durch die W├╝mmewiesen/Hollerland bis nach Bremen reinradeln kann.

In Bremen gehen wir im Rhododendronpark spazieren,gehen shoppen in der City und flanieren an der Schlachte. Mittagessen gibt es an der M├╝hle am Wall. Danach radeln wir noch durch den B├╝rgerpark und dann wieder raus nach Grasberg, um uns f├╝r unsere letzte Tagesetappe nach Hause morgen noch ein wenig auszuruhen.

Wie in den letzten Jahren auch, zieht es einen nach der langen Tour dann doch m├Ąchtig nach Hause, so dass wir uns auch diesmal 120 Km f├╝r den letzten Tag vorgenommen haben. Um nicht durch Bremen durchzuradeln und am Weserradweg rauszukommen, den wir schon kennen, umrunden wir Bremen ├╝ber Fischerhude und Bassen nach Achim, um dann dem Leine-Heide-Radweg und Aller- Radweg zu folgen.

Bis Achim-Baden ging auch alles gut, aber dann holte uns doch noch das Hochwasser ein. Kurz nach der K&K-Pause in Achim kamen wir an eine ├╝berflutete Stelle des Radweges. Da standen wir nun, es war ca. 50 mtr ├╝berflutet. Zu unserem Gl├╝ck kam uns eine Radfahrertruppe entgegen, die sich mutig in die Fluten st├╝rzte. Nachdem diese Gruppe problemlos auf unserer Seite angekommen war, wagten wir es dann auch. Bis Verden hatten wir jede Menge Aussichten auf die ├╝berfluteten Wiesen und rechneten jederzeit mit einem weiteren Wasser-Hindernis.

In Verden g├Ânnten wir uns noch einen Ausflug in die sch├Âne Innenstadt, nat├╝rlich mit K&K- Pause. Wir waren ja gut in der Zeit. Dann ging es den Aller-Radweg ├╝ber Westen (hatten wir schon mal in S-H) und Rethem, wo wir zur K&K-Pause bayerischen Apfelkuchen (Synonym f├╝r trocken) „genie├čen“, durch herrliche Landschaften und D├Ârfer. In Ahlden hatte uns dann das wochenlange Gl├╝ck verlassen. Die Alte Leine hat den Radweg komplett ├╝bersp├╝lt, eine Radfahrer aus Langenhagen stand schon dort und ├╝berlegt auch┬áwie es weitergeht.Kurzentschlossen nahmen wir die Landstra├če, um einige Kilometer weiter in B├╝chten wieder auf den Aller-Radweg zu kommen. Von B├╝chten kamen wir dann aber nur wieder einige Kilometer weit bis Grethem, wo uns die Alte Leine und die Aller wieder einmal den Weg abschnitt.┬áAlso wieder zur├╝ck auf die Landstra├če und ├╝ber Gilten nach Schwarmstedt.
Ab Schwarmstedt wollen wir dann auf bereits bekannten Regionalradwegen weiter radeln, um den Fl├╝ssen weitestgehend aus dem Weg zu radeln, daher machen wir in Schwarmstedt noch eine lange Eis-Pause, da es trotz des sp├Ąten Nachmittags noch sehr hei├č ist (30┬░). Das Wasserbett zu Hause wartet ja auf uns, wir haben es nicht eilig.
Ohje, wie jedes Jahr, kurz vorm Ziel „Zu Hause“ m├╝ssen wir uns nat├╝rlich verfahren. In Adolfsgl├╝ck (wie oft sind wir hier schon am Wochenende geradelt!) verl├Ą├čt uns unser Gl├╝ck oder auch die Konzentration, soda├č wir auf einmal im Wald stehen und nicht mehr wissen, wo weiter. Eine freundliche Spazierg├Ąngerin, die wir nach dem Weg fragen, schickt uns dann auch noch (wie wir hinterher feststellen) in die falsche Richtung. Mit vielen Kilometern Umweg kommen wir dann wieder auf unsere ausgesuchte Strecke, um uns kurz danach bei Negenborn wieder zu verfahren. Die Konzentration von uns beiden hat nach 130 Km und der Hitze stark abgenommen, was wir bei der Diskussion ├╝ber den richtigen Weg an unserer Gereiztheit auch feststellten. Hinterher stellten wir fest, das die Region einen neuen Radweg gebaut hat und daher die Ausschilderung ge├Ąndert wurde, um einen Rundweg zu erschlie├čen. Wir wollten aber geradeaus, nur nach Hause. Also nochmals viele Kilometer Umweg, sodass wir nach dann 150 Km statt der geplanten 120 km abends um halb zehn gl├╝cklich zu Hause ankommen.

Jetzt freuen wir uns aufs Bett und am n├Ąchsten Tag werden wir den ganzen Tag faul in der Sauna rumliegen, zum erholen.17 sch├Âne Reisetage, 1.600 Km, 8 Bremskl├Âtze und keinen Platten und keinen Unfall. Viel Landschaft aller Art, viel Wasser und einige Eindr├╝cke, welche wir vielleicht mit einem Kurzurlaub in bestimmten Gebieten noch vertiefen werden haben unser Tour zu einem unvergesslichem Erlebnis gemacht.

Weitere Infos bei Interesse unter ronaldbrandt [at] web [dot] de

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