Fulda-Radweg

  1. Tourentag, Hannover – Gersfeld
Leicht bewölkt, 20 Grad, 34 Km
Morgens nach dem Frühstück radeln wir los zum Hauptbahnhof, um mit dem Zug nach Gersfeld zu fahren, wo wir am späten Mittag ankommen. Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen haben, machen wir uns gleich auf, um zur Fuldaquelle auf der Wasserkuppe zu radeln. Nach einigen Umwegen und mehreren Anstiegen erreichen wir endlich die Quelle. 
Danach besichtigen wir den Segeflugplatz auf der Kuppe und das Gelände für die Paraglider. Da die Hintour fast nur auf schlechtem Untergrund geführt war (der Begriff Fahrradroute ist ein wenig hochgegriffen) entscheiden wir uns bei der Abfahrt für die Kreisstraße. Obwohl die Sonne schien und wir unsere Windjacken vorsichtshalber geschlossen haben, ist uns beim runterrollen mit 40 Km/h doch sehr kalt geworden und wir  waren froh, uns unten im Ort in der Sonne beim ausrollen wieder aufwärmen zu können.
Auf dem Rückweg durch den Ort sehen wir uns noch ein wenig um, bevor wir die Räder im Hotel abstellen und uns dann zu Fuß aufmachen zur Ortsbesichtigung und zum Abendessen.
  1. Tourentag, Gersfeld – Mecklar
Leicht bewölkt, 24 Grad, 96 Km
Nach unserem Frühstück gab es noch einen kleinen Disput mit der Hotelwirtin, weil wir uns jeder ein Brötchen eingepackt hatten (Lunchpaket war im Preis enthalten!). Die Hotelwirtin beklagte, das sie jetzt nochmal los müsse, um Brötchen für die anderen Gäste zu holen! Ziemlich knapp kalkuliert in dieser Unterkunft.
Nach kurzer Zeit ist unser Ärger aber vergessen, da wir nun immer leicht bergab auf unsere erste Etappe in Richtung nach Hause radeln. Der Radweg ist sehr schön in den Landschaften geführt. Weite Strecken radeln wir entlang der Bahnlinie, die wir am Vortag hergekommen sind. Wir kommen viel schneller vorwärts als wir gedacht haben, da das schöne Wetter und die ständig leicht bergab gehende Streckenführung uns beflügelt. Bereits mittags sind wir schon in Fulda und machen erstmal Pause und nutzen einen Kaufland-Laden neben dem Radweg, um Wasser und Pausenverpflegung einzukaufen.
Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns wieder aufs Rad und haben die nächsten 25 Kilometer viel zu sehen. Die ganze Zeit radeln wir „gegen“ ein anderes Radfahrer-Duo, welches wir immer wieder überholten, da wir immer wieder mal für eine Foto oder auch für das genießen der Ausblicke angehalten haben, wo uns das Duo dann wieder überholte.
Erst bei Queck verloren wir uns aus dem Auge, da wir dort eine längere Pause machten, weil wir während der Pause auch ganz interessiert einem Landwirt beim verladen des Korn zuschauten. Nachdem das Korn verladen war ging es auch für uns weiter. 
Bereits 15 km später mussten wir schon wieder Pause machen, da ein tolles Schild eines Bäckers (Radlertankstelle) uns Lust auf einen Kaffee machte. Also bogen wir kurz ab und radelten die 250 mtr zur Bäckerei. Es hat sich gelohnt. Für mich gab es ein Plunderstück und eine Nußecke und für mein Sonnenschein ein Käsebrötchen zum Jumbo-Kaffeepott. Während der K&K-Pause konnten wir zahlreiche Katzen beobachten, die im Nachbarhaus intensiv die Katzenklappe nutzten. Die Pause nutzten wir, um unser Etappenziel und das passende Bett&Bike-Hotel auszusuchen. Die Wahl fiel auf Mecklar, da die Auswahl auch nicht sehr groß war, aber wir können ja immernoch links und rechts vom Radweg nach einem schönen Hotel schauen. Nachdem wir in Ludwigsau noch etwas rumgeirrt sind, bis wir den richtigen Weg gefunden haben, waren wir gegen 17 Uhr dann schon in Mecklar und bezogen unser Hotelzimmer. Zum Abend gab es dann noch etwas warmes zu essen und ein langen Verdauungsspaziergang durch Mecklar. Auch dort fanden wir wieder ein schönes umhäkeltes Fahrrad. Der Fulda-Radweg ist für uns der erste Radweg, der einen wirklichen Start- und Zielpunkt hat und auch ein eigenes Wiedererkennungs-Fahrrad.
  1. Tourentag, Mecklar – Fuldatal/Simmershausen
Kalt, nebelig, regnerisch, 102 km
Kaum sind wir in Mecklar losgeradelt, da müssen wir am Waldrand schon wieder anhalten, um unsere Regensachen anzuziehen, da der Nieselregen immer stärker wird. Bei Regenwetter bekommt man von der schönen Landschaft nicht ganz so viel mit, da wir auch dann ungern noch anhalten um zu genießen. Wir bekommen zwar mit, das der Radweg durch viel Landschaft geführt wird, aber richtig genießen können wir es nicht. 
Bereits 15 km später kommen wir nach Rotenburg und nutzen die Chance für eine Kaffeepause. Der heiße Kaffee tut richtig gut, sodass wir frischen Mutes noch die Stadt ein wenig besichtigen und dann auch wieder den Fulda-Radweg suchen. Er ist hier etwas versteckt geführt, aber durch ausprobieren finden wir ihn wieder. Man kommt ja ohne Schilder nicht so ohne weiteres auf die Idee, das man durch diese hohle Gasse muss.
Nachdem wir den Ausweg durch die Gasse dann gefunden hatten, radeln wir entlang der Fulda weiter bis nach Morschen. Dort stehen wir vor der Radler-Fähre, die nicht in Betrieb ist. Nach dem Kartenstudium ist uns das ganz recht, da der Radweg auf der anderen Seite an einer Bundesstraße weitergeführt wird. Auf dieser Seite ist die Umleitung gut ausgeschildert und schön geführt, wenn auch ein wenig anstrengender durch bergauf und bergab. Dann kommen wir nach Melsungen, wo wir die Stadt nutzen für eine Besichtigungs- und Mittagspause. Es gibt für uns beide direkt am Marktplatz eine heiße Gulaschsuppe. Die Pause nutzen wir wieder, um unser Tagesziel und ein entsprechendes Hotel festzulegen, da sich bei mir auch Kopfschmerzen breit machten. Das Bett&Bike-Hotel „Roter Kater“ soll es sein. Leider orientiert sich mein Sonnenschein in Google Maps falsch (ich war wegen der starken Kopfschmerzen nicht mehr ganz dabei) und so radeln wir in der Hoffnung gleich da zu sein, in Guntershausen kurz vor Kassel, los. Leider finden wir das Hotel da natürlich nicht, also müssen wir uns neue orientieren und stellen dann fest, das der Rote Kater hinter Kassel liegt. Also noch einige Kilometer durch den Regen weiter. In Kassel finden wir in der Nähe des Radwegs noch einen Real-Kauf, wo wir uns erstmal ins Trockene verziehen, auf einen Kaffee. Dann geht es mit frischer Kraft weiter. Ja, und dann passiert es uns das erste Mal auf unseren bisher vielen Radtouren, das das Hotel bis auf das letzte Bett belegt ist (Messe in Kassel!). Guter Rat tut jetzt not. Wir radeln weiter und entdecken kurz danach schöne rote Schilder für „Haus Schönewald“, sogar mit Kilometerangabe. Wir radeln weiter nach Fuldatal-Simmershausen. Und dort bekommen wir trotz des späten Nachmittags noch ein Zimmer-Appartement. Eine sehr schöne geräumige Appartementwohnung zum Preis eines normalen Doppelzimmers. Und im Restaurant ist auch noch „Schnitzelwoche“! Also legen wir uns und unsere Klamotten erst mal trocken, was heute eine aufwendige Arbeit ist, und begeben uns zum Abendessen ins Restaurant. Danach haben wir auch wieder die Kraft uns noch den Ort anzusehen auf unserem Verdauungsspaziergang, zum Fernsehabend reicht die Kraft dann aber nicht mehr. 
4. Tourentag, Fuldatal – Göttingen/Hannover
Sonnig, 23 Grad, 75 km
Super ausgeschlafen (und ich ohne Kopfschmerzen) genießen wie ein gutes Frühstück und starten danach in die nächste Etappe. Zuerst radeln wir die 3 km zurück zum Fulda-Radweg. Heute morgen im hellen erkennen wir, das wir gestern genau an der Stelle vom Fulda-Radweg abgezweigt sind, wo wir im Frühsommer von Kassel kommende drauf gefahren sind.
Es ist heute morgen noch neblig und leicht frisch, aber je weiter wir radeln, desto mehr zieht sich der Nebel zurück und wir legen nach und nach die Wärmekleidung ab. Wir genießen wieder den toll angelegten Radweg entlang der Fulda der im Tal zwischen dem Rheinhardtswald und Kaufunger Wald nach HannMünden führt. Dort angekommen machen wir erstmal ausgiebig Fotopause am Weserstein. Als die großen Busse mit den Touristenmassen kommen, machen wir uns aus dem Staub, rüber in die Altstadt. Am Kirchplatz ergattern wir 2 freie Plätze unterm Sonnenschirm eines Cafés und machen erstmal K&K-Pause. Danach besichtigen wir noch die Altstadt bevor wir uns auf den Weg in Richtung Göttingen machen. Beim Kaffee hatten wir nach dem Kartenstudium beschlossen, dem Weser-Harz-Heide-Radweg zu folgen, da wir den Weser-Radweg ja schon ausgiebig rauf und runter geradelt sind. Schnell noch beim Hit den Wasservorrat aufgefüllt und schon ging es auf neuen, unbekannten Pfaden nach Göttingen. Zwar immer entlang einer Kreisstraße, die aber nicht stark befahren war und immer etwas abseits durch den Wald kamen wir bis nach Oberscheden. Danach fing unser Pech an. An einer Gabelung zeigten die Schilder in 2 Richtungen nach Dransfeld, einmal mit mehr Kilometern und Rinder-Querverkehr auf einem Plattenweg und einmal mit weniger Kilometern aber mit Hinweis auf schlechte Wegstrecke.
Da wir schon viele „schlechte Wegstrecken“ kennengelernt haben, konnte uns das nicht abschrecken und wir entschieden uns für den kürzeren Weg. Oh weh! Nach den nächsten Wegbiegungen ging es immer steiler bergauf und die Wegoberfläche wurde wirklich immer schlechter. Schließlich musste selbst ich absteigen und wir schoben über eine halbe Stunde auf durchweichten Waldwegen den Berg (Hoher Hagen) hoch. Fast oben angekommen machten wir an den ersten wieder auftauchenden Hinweisschildern erstmal Pause zum Luft holen (Mann waren wir gefrustet). Erstmal gab es einen Apfel und dann ein Mars, um wieder Energie zu bekommen. Jetzt ging es endlich wieder bergab (hätten wir den Berg man umfahren) auf einigermaßen guten Asphalt. Trotzdem mussten wir während der Abfahrt immer abbremsen, um nicht Gefahr zu laufen, irgendwo reinzufahren. 
Dann sind wir endlich in Dransfeld, wo es erstmal K&K-Pause gibt. 
Beim Kaffee gibt es wieder das Kartenstudium und wir entscheiden, den WHH-Radweg kurz zu verlassen, um über einen regionalen Radweg parallel zur B3 abzukürzen nach Groß-Ellershausen, wo wir dann den Bahntrassen-Radweg (WHH) nach Göttingen folgen wollen. Mein Sonnenschein sollte auf dieser Tour ja wieder die Orientierung und das Kartenlesen üben. Tja, was soll ich schreiben. Über leicht wellige Feldwegen radeln wir bei schönem Wetter dahin. Bei wunderschönen Aussichten verpassen wir dann aber den Abzweig bei Klein-Wiershausen und landen dann in Simmershausen. Da ist guter Rat teuer, auch Google Maps kann uns nicht richtig weiterhelfen. Also entscheide ich, einfach der Straße weiter folgen, irgendwo kommen wir schon raus, das wir uns besser orientieren können. Nach einigen Kilometern kommen wir an die ICE-Strecke Göttingen-Kassel. Anhand der Karte können wir uns jetzt wieder orientieren und nehmen die abbiegende Asphaltstraße in Richtung Groß-Ellershausen. Steil bergauf zwischen riesigen Maisfeldern, die uns den Weitblick versperren kommen wir dann endlich am Bahntrassen-Radweg an. Dann dauert es noch einige Zeit, bis wir eine Auffahrt auf diesen Bahntrassen-Radweg gefunden haben, aber dann geht es wieder los, das flanieren mit dem Rad. Über schöne Landschaften, auch in Göttingen, wo der Radweg durch Grünanlagen und Kleingartengebiete geführt wird, erreichen wir dann den Hbf Göttingen, wo wir mit dem Metronom dann nach Hannover starten wollen. Die Fahrradwaschanlage am Hbf war leider außer Betrieb, da diese noch auf Ersatzteile zur Reparatur warten musste. Der Metronom bringt uns zügig nach Hannover und die restlichen 15 Kilometer nach Hause werden wieder geradelt. Zum Abschluß radeln wir noch in unser Lieblingsrestaurant „Kaminstube“ in Garbsen, wo wir auch abends noch im Biergarten essen können.
Nach dem Essen wird schon mal beratschlagt, wo wir nächstes Jahr radeln wollen.
Ihr werdet es erfahren.

© ADFC Region Hannover 2020

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