Bodensee-K├Ânigssee-Rhein-Fulda-Weser-Radweg

Wir sind wieder zur├╝ck und sind erstmal mit W├Ąsche waschen etc. besch├Ąftig, aber hier schon mal die Kurzfassung unserer gro├čen Fahrradtour:
18 Etappentage, 1.415 Kilometer, 7.414 H├Âhenmeter, einige Regenstunden, viele hei├če Sonnenstunden, 16 Unterk├╝nfte, davon 14 Bett&Bike-Hotels, diesmal ohne einen Fehlgriff – alle Unterk├╝nfte sauber und ansprechend, 1 Bachdurchquerung, kein Unfall, kein Platten, kein Fahrradschaden, und sch├Ân war sie auch noch, die Fahrradtour vom K├Ânigssee zum Bodensee und weiter am Rhein bis Lampertheim (b. Mannheim), ├ťberbr├╝ckung von Hessen mit dem Zug von Lampertheim nach Kassel und von dort ├╝ber den Fulda-Radweg und Weser-Radweg (rechtsseitig mit allen Steigungen) nach Hannover.

K├Ânigssee – Bodensee – Rhein – Fulda – Weser

Wir hatten uns ├╝berlegt, bevor wir zu alt werden, unsere Radtouren im S├╝den (sprich bergigen Gel├Ąnde) fortzuf├╝hren. Der Name Bodensee-K├Ânigssee-Radweg klang f├╝r uns verlockend. Also fingen wir an zu planen. Dabei stellten wir fest, dass die Route andersherum, also vom K├Ânigssee zum Bodensee, etwas einfacher ist, weil nicht soviel H├Âhenmeter zu ├╝berwinden sind und wir bei Ankunft am Bodensee dann noch entscheiden k├Ânnen, wo wir weiterradeln wollen. Donau-Radweg oder Rhein-Radweg. Nachdem diese Entscheidung stand mussten wir nur noch rausfinden, wie wir uns und unsere Fahrr├Ąder zum K├Ânigssee bekommen. Bei den Nachforschungen fanden wir den ber├╝hmten ÔÇ×KUKIDENT-EXPRESSÔÇť. Eine direkte Zugverbindung von Hannover nach Berchtesgaden, die einige Kurswagen mitf├╝hrt, welche die ÔÇ×RentnerÔÇť in die Kur nach Oberstdorf bzw. Bad Reichenhall bringt. Wir waren dann aber doch ├╝berrascht, das so viele Radfahrer in allen Altersgruppen im Zug mitfuhren. Das ÔÇ×d├╝rftigeÔÇť Fahrradabteil war komplett belegt. Die Aufh├Ąngevorrichtung war f├╝r unsere breiten Reifen und das Gewicht des Stahlrahmens nicht so einfach zu nutzen, aber Radfahrer helfen sich ja untereinander.

1. Tourentag – Bahnfahrt nach Sch├Ânau/Berchtesgaden

Also machten wir uns fr├╝hmorgens mit dem Rad auf den Weg zum Hauptbahnhof Hannover. Nach einer entspannten fast achtst├╝ndigen Bahnfahrt erreichten wir dann sp├Ątnachmittags Berchtesgaden und durften uns nochmals auf die Fahrr├Ąder schwingen, um nach Sch├Ânau zu unserem Bett&Bike-Hotel zu radeln, welches nat├╝rlich gleich am ersten Tag oben am Ende eines ÔÇ×nettenÔÇť und steilen Anstiegs lag.Und dann fing es auch noch an zu regnen. Besser kann eine Radtour wohl kaum anfangen, oder?
Trotzdem machten wir uns am Abend noch auf den Weg, um zu Fu├č die n├Ąhere Umgebung zu erkunden und noch zu Abend zu essen.

2.Tourentag – Wandertag Berchtesgaden – K├Ânigssee

Am n├Ąchsten Morgen war dann zum Gl├╝ck wieder sch├Ânes Wetter, denn wir wollten an unserem zweiten Tourentag vieles erleben, wie eine Schifffahrt auf dem K├Ânigssee.┬áAu├čerdem galt es noch Sch├Ânau und Berchtesgaden anzusehen.
Zu Fu├č machten wir uns auf den Weg zum K├Ânigssee, da mein Sonnenschein nat├╝rlich eine sch├Âne Bootsfahrt machen und auch den Watzmann sehen wollte. Angenehm war es, da alle Boote mit leisen E-Motoren betrieben wurden und Anfang Mai der Touristenansturm noch nicht so gro├č war. Als Nordl├Ąnder sind wir begeistert von der Bergkulisse, dem gro├čen Wasserfall, dem See und den Sehensw├╝rdigkeiten. Nur der Watzmann, der wollte partout nicht aus den Wolken raus und sich ganz zeigen. Nach einer Mittagsst├Ąrkung in Sch├Ânau und einem Einkauf f├╝r die morgen beginnende Radtour (gleich neben dem Edeka war ein interessanter Fahrradladen, mit tollen Mountain-Bikes aus eigener Fertigung) wanderten wir durch die H├╝gellandschaft zum Hotel, um den Einkauf (Schwere Wasserflaschen und Bananen) abzustellen und wanderten dann Richtung Berchtesgaden. Nach einem Zwischenstopp in einer netten B├Ąckerei/Caf├ę, mit herrlichem Rundblick,ging es bergauf und bergab nach Berchtesgaden. Nach rund 30 Km Wanderung an diesem Tag, kamen wir (ich mit qualmenden F├╝ssen) am Abend wieder ins Hotel.

3. Tourentag – Sch├Ânau – Traunstein

┬áAm n├Ąchsten Morgen st├Ąrkten wir uns mit einem ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck, denn heute beginnt unsere Bergradtour. Und sie begann auch gleich richtig stark. Nat├╝rlich ging es erstmal bergab zum K├Ânigssee, dort sollte der Radweg ja beginnen. Wie bei vielen Radwegen leider auch hier kein Schild, kein Starkpunkt o.├Ą.┬áAlso radeln wir einfach los und finden am Ende von Sch├Ânau dann die ersten Schilder. Dies nehmen wir einfach mal als Startpunkt.
Entlang der K├Ânigsseer Ache radeln wir gem├╝tlich nach Berchtesgaden, immer leicht bergab. Dort zeigt sich dann das n├Ąchste Problem. Wir hatten vorher nicht abgesprochen, ob wir nach Karte oder nach Ausschilderung fahren. Nach der Karte ging es gleich nach dem Bahnhof links ab, leider waren dort keine Schilder mehr und wir mussten uns mit Nase durch das Gel├Ąnde schlagen und dann gleich vom Rad steigen, um einen immens steilen Fu├čweg rauf zu schieben. Oben angekommen fanden wir dann auch wieder eine Ausschilderung, der Radweg wurde wahrscheinlich entlang der Autostra├če mit l├Ąngerem, aber leichterem Anstieg gef├╝hrt. Nach einer ersten Verschnaufpause ging es dann weiter, es ging bergauf und bergab, mit leichten und auch schweren Anstiegen, welche wir aber alle noch schaffen, auch wenn es f├╝r uns Nordl├Ąnder, trotz einiger Vorbereitung, nicht einfach war. Ich musste meinen Elan etwas z├╝geln, um meinen Sonnenschein nicht zu ├╝berfordern und sie evtl. dann gleich das Handtuch, sprich Fahrrad, schmei├čt.
Nach einigen Stunden hatten wir aber den Bogen soweit raus, wie wir die Anstiege und das Gef├Ąlle angehen m├╝ssen, um unsere Kr├Ąfte einzuteilen und auch noch genug Luft f├╝r das Genie├čen der Landschaft zu haben. Ersterer Zwischenstopp war dann Bad Reichenhall, wo mein Sonnenschein die Salinen im Kurpark ansehen m├Âchte. Mit Fahrr├Ądern durfte man dort nicht rein, auch nicht schiebend. Daf├╝r gab es einen Fahrradparkplatz, wobei leider das Schild f├╝r den Fahrradparkplatz gr├Â├čer war, als dieser selbst. Danach ging es durch sehr abwechslungsreiche Landschaften, die uns immer wieder ein Ah und Oh entlockten. Genauso abwechslungsreich war das Wetter. Nach Sonnenschein bei teils bew├Âlktem Himmel und angenehmen 19 Grad kam immer mal wieder ein Regenschauer vorbei. Aber die sch├Âne Landschaft war ├╝berw├Ąltigend. Der Radweg f├╝hrte fast nur ├╝bers Land, kaum Autostra├čen, daf├╝r viele kleine Ortschaften und jede Menge frischer Luft.
Da ich bei den besonders langen oder steilen Anstiegen meist oben auf der Kuppe auf meinen Sonnenschein gewartet habe (jeder darf in seinem Stil und Tempo die Anstiege bew├Ąltigen, aber oben wird gewartet – haben wir abgemacht) konnte ich an einer einsamen Bank oben auf der H├╝gelkuppe bei Lacken ein Hinweisschild f├╝r eine Radlerherberge lesen. Da wir an diesem ersten Tourentag auf dem Rad bereits 60 km mit st├Ąndigem auf und ab geradelt sind, entschieden wir es f├╝r heute gut sein zu lassen und die Radlerherberge mal anzusehen. In Traunstein – Ettendorf fanden wir dann die Radlerherberge Martina Schmid. Dort bekamen wir ein tolles Zimmer mit Balkon und einem bequemen Boxspringbett. Da wir an diesem Freitag die einzigen G├Ąste waren, st├Ârte es uns auch nicht, das Toilette und Bad am Ende des Flurs war. Nachdem wir das Zimmer in Beschlag genommen hatten, sind wir zum Abendessen noch nach Traunstein ÔÇ×runter geradeltÔÇť, was unseren Bremsen bei einem Gef├Ąlle von 17 % noch mal einiges abverlangte und wir uns auch fragten, ob wir es nachher auch wieder hoch zu Pension schaffen. Nach einem umfangreichen Stadtrundgang begaben wir uns ins Br├Ąustuberl am Stadtplatz Traunstein, nachdem wir noch das Freischie├čen der Brauerei- und Sch├╝tzengilde auf dem Stadtplatz miterleben durften.

4. Tourentag – Traunstein – Au bei Bad Aibling

Nach einer superbequemen Nacht in unserer Radlerherberge (sehr zu empfehlen) und einem hervorragendem Fr├╝hst├╝ck, konnten wir uns am n├Ąchsten Morgen auf die etwas leichtere zweite Etappe machen. Laut Karte sollte es heute mehr bergab als bergauf gehen. Beim losradeln war es noch am stippeln/nieseln (leichter Regen!) aber kurz hinter Traunstein h├Ârte es schon wieder auf und es wurde in der Sonne immer w├Ąrmer. Die Wade vom Sonnenschein zwickt heute etwas von der ersten Berg- und Taletappe.┬áDas Mammut-Museum in Siegsdorf hat leider so fr├╝h noch nicht ge├Âffnet und lange warten wollten wir auch nicht, also radeln wir weiter, verlieren aufgrund fehlender Ausschilderung kurz die Orientierung, bekommen aber Hilfe von einem freundlichem Jogger.┬áIm n├Ąchsten Waldst├╝ck bestaunen wir gerade den Adelholzer Mineralwasser-Abf├╝llbetrieb (das Wasser trinken wir die letzten Tage, da es hier unten kein Gerolsteiner gibt) als es auf einmal steil bergab geht. Kurz danach rollen wir in Bergen ein, wo wir an einer Apotheke erstmal anhalten, damit Sonnenschein sich eine Salbe f├╝r die zwickende Wade holen kann. Dann radeln wir durch Feld und Wald und ├╝ber Stock und Stein weiter bis zur K&K-Pause in Grassau. Die herrlichen Landschaften werden durch das sch├Âne und warme (23 ┬░ Grad) Wetter noch besser.┬áNach Grassau, wo wir in der Pause unsere Regensachen ausgezogen haben, kommen wir durch Ortschaften wie ÔÇ×BayernÔÇť und ÔÇ×KlausÔÇť (hallo Klaus!).
In Bernau dann biegt der BO-K├ľ gleich wieder in Richtung S├╝den ab. Wir wollen uns aber noch den Chiemsee ansehen und machen diesen kleinen Abstecher rauf zum See, um dort am Chiemsee ein l├Ąngere Rast einzulegen. Nach einigen Bananen und Keksen sowie vielen Fotos machen wir uns dann auf zur├╝ck zum Radweg. Dieser f├╝hrt uns dann ├╝ber einige Kilometer einer leicht befahrenen Landstra├če nach Aschau und dann durch Wald und Flur nach Neubeuern, wo wir dann die INN ├╝berqueren. Danach wird der BO-K├ľ-Radweg in einem st├Ąndigen Zick-Zack-Kurs durch die Landschaften gef├╝hrt. Kurz nach Bad Feilnbach finden wir mitten im Feld eine gro├če Hinweistafel f├╝r Hotels/Pensionen in der Umgebung von Bad Feilnbach/Bad Aibling. Eine dieser Pensionen rufen wir an und fragen nach einem Zimmer und bekommen im Bett+Bike-G├Ąstehaus Huber in Au b. Bad Aibling ein sch├Ânes Zimmer mit Balkonterasse. F├╝r den besseren Schlaf war sehr viel Zirbelholz im Zimmer verarbeitet. Unser erstes Weizen trinken wir aber im sch├Ânen Garten und schauen dabei dem Gastwirt bei der Gartenarbeit zu (er gr├Ąbt gerade ein gro├čes Rosenspalier┬á ein – war ein Geschenk f├╝r seine Frau)

5. Tourentag – Au bei Bad Aibling – Gmund am Tegernsee

Als wir am n├Ąchsten Morgen aufwachen, regnet es Bindf├Ąden und wird auch beim Fr├╝hst├╝ck nicht weniger. Wir ziehen das Fr├╝hst├╝ck in die L├Ąnge um auf eine Wetterbesserung zu warten und die Wettervorhersage zu studieren. Frau Huber vom Bett&Bike-Hotel hat uns diese extra aus dem Internet gezogen.
Da die Wettervorhersage f├╝r die n├Ąchsten Tage nicht gut aussieht entscheiden wir uns los zu radeln, da wir ja nicht tagelang warten k├Ânnen. Aufgrund der auch niedrigen Temperatur von nur 12 Grad fahren wir den ganzen Tag in der warmen Regenkleidung, auch wenn zwischendurch immer mal wieder die Sonne hervorkommt.
Die Streckenf├╝hrung ging heute st├Ąndig rauf und runter, teils auch ziemlich steil, so dass wir auch h├Ąufig absteigen und schieben mussten. Kurz vor Schlie├čung (heute ist Sonntag) sind wir in Fischbachau in einem netten und gut geheiztem Caf├ę zu einem zweiten Fr├╝hst├╝ck eingekehrt, um auch unseren Regensachen eine kurze Verschnaufpause zu g├Ânnen. Gut aufgew├Ąrmt machten wir uns wieder auf den Weg zum Schliersee. In Neuhaus am Schliersee mussten wir uns dann in eine Bushaltestelle ÔÇ×rettenÔÇť, da die Regen-Bindf├Ąden dicker wurden. Erst nach ca. 30 Minuten wagten wir dann die Weiterfahrt entlang des Schliersees, wo der BO-K├ľ wundersch├Ân etwas oberhalb der Seelandschaft gef├╝hrt wurde. Trotz des schlechten Wetters g├Ânnten wir uns immer wieder den sch├Ânen Ausblick.
In Schliersee-Hausham haben wir uns aufgrund des schlechten Wetters mal umgesehen nach einer Unterkunft, war aber nichts passendes dabei. Daf├╝r haben wir auf dem R├╝ckweg zum BO-K├ľ-Radweg noch ein offenen Kiosk mit Kaffee und Kuchen entdeckt, wo wir erstmal wieder Rast f├╝r eine K&K-Pause machten. Da es mal nicht regnete, konnten wir sogar drau├čen sitzen und prompt gesellte sich ein Radfahrer zu uns, der den BO-K├ľ von West nach Ost entlangfuhr, so konnten wir uns gegenseitig ├╝ber wichtige Passagen mit Hindernissen/Steigungen informieren. Im Bett&Bike-Verzeichnis fanden wir dann eine uns ansprechende Unterkunft in Gmund am Tegernsee. Also machten wir uns auf die letzten 18 Kilometer f├╝r heute, die es aber nochmals in sich hatten. Eine sehr steile Abfahrt (wir waren ja vorgewarnt) mit schlechtem Belag┬á und eine steile Steigung kurz vor Gmund. Dann ging es steil bergab nach Gmund rein und wir konnten gerade noch vor der Hauptstra├če abbremsen. Im Gasthof Gasteig bekamen wir dann ein gro├čes Zimmer mit gro├čem Balkon und siehe da, zum Abend zeigte sich wieder die Sonne, sodass wir nach einem vorz├╝glichem Abendessen noch einen ausgedehnten Spaziergang am Tegernsee und durch Gmund machen konnten. M├╝de fallen wir danach ins Bett.

┬á6. Tourentag – Gmund am Tegernsee – Bad Kohlgrub

Nach einem guten Fr├╝hst├╝ck starten wir heute nicht all zu fr├╝h, da der Fahrradh├Ąndler gegen├╝ber des Hotels erst um 09 Uhr aufmacht und ich neue Batterien f├╝r den Tacho ben├Âtige und die Reifenluft dabei auch gleich ├╝berpr├╝ft werden sollte. Der Fahrradh├Ąndler Guggenbichler war wirklich mal nett und kompetent.
Dann ging es los, wir wollten heute ca. 80 Km schaffen. Aber schon nach 2-3 Kilometern gab es einen langgezogenen Anstieg rauf zu einem Golfplatz (am Berg!!), wo wir einige Passagen, auch aufgrund des Kopfsteinpflasters, schieben mussten. Danach ging es dann Gott sei Dank im gem├Ą├čigtem auf und ab durch viel Wald nach Bad T├Âlz, wo wir unsere erste K&K-Pause (drau├čen!) bei einer B├Ąckerei / Caf├ę machen. Die St├╝hle und Tische draussen mussten f├╝r uns erstmal aufgeschlossen werden, die Einheimischen haben auch nicht mehr mit trockenem, sonnigen Wetter gerechnet.
Eine kurze Stadtbesichtigung mit anschlie├čender ├ťberquerung der Isar f├╝hrt uns dann wieder raus aus der Stadt. Die n├Ąchsten 5 km ist der BO-K├ľ an der B472 gef├╝hrt. Es ist aber wenig Verkehr, nur der starke Gegenwind macht es uns schwer, daher g├Ânnen wir uns ein kurze Verschnaufpause an der Blombergbahn. Dann f├╝hrt der Radweg durch Bad Heilbrunn, der Ort konnte uns aber nicht begeistern, sodass wir gleich weiter geradelt sind. ┬á Nach einem Blick auf die imposante Benedektinerwand kommen wir nach Benediktbeuern und machten Halt f├╝r ein erfrischendes Weizenbier im Kloster-Biergarten, da uns der ÔÇ×Radl-ParkplatzÔÇť sehr gut gefiel. Dann ging es durch ein wundersch├Ânes Naturschutzgebiet zum Kochelsee. In Kochel am See finden wir dann auch einen Edeka, um Bananen und Wasser wieder aufzuf├╝llen. Die Loisach ├╝berqueren wir dann zweimal, da diese in Kochel aus dem See rausflie├čt und bei Schlehdorf einm├╝ndet. Auf der Weiterfahrt sehen wir bei Schwaiganger zum ersten Mal die Zugspitze und kommen dann wieder an die Loisach und radeln diese entlang nach Eschenlohe, wo wir durch die neue Streckenf├╝hrung (nach unserer Karte ging es die B2 entlang nach Eschenlohe) an der Loisach entlang direkt an einer sehenswerten Br├╝cke ├╝ber die Loisach┬á an einem Caf├ę ankommen. Nat├╝rlich machen wir eine K&K-Pause, da wir bei jetzt gutem Wetter auch drau├čen sitzen k├Ânnen. W├Ąhrend der Pause sehen wir im Bett&Bike-Verzeichnis nach den n├Ąchsten erreichbaren Unterk├╝nften. Wir entscheiden uns f├╝r das ca. 20 Km entfernte Bad Kohlgrub und reservieren uns telefonisch ein Zimmer.
Frisch gest├Ąrkt und das Ende der Tagesetappe vor Augen machen wir uns voller Elan auf den Weg. Je weiter wir uns Bad Kohlgrub n├Ąhern, desto mehr geht es bergauf. Als wir dann endlich, nach einigen Schiebepassagen, den Ort erreichen, sind wir erleichtert und orientieren uns an einer Stadt-Infotafel ├╝ber die Lage unserer Pension Eichengrund. Kurz durch den Ortskern und dann sind wir schon da – denkste! Am Marktplatz links ab – und dann ging’s steil bergauf. O.K. wieder schieben, das war zu steil. An einer Stelle so steil, das ich zuerst raufschieben musste, um dann zur├╝ckzulaufen und mein Sonnenschein nebst Fahrrad beim raufschieben zu unterst├╝tzen. Die Pension Eichengrund lag am h├Âchsten Punkt des Ortes, aber f├╝r den Rundblick hat es sich wirklich gelohnt.
Auch wenn wir hinterher wieder hochlaufen m├╝ssen, gehen wir abends noch in den Ort, um etwas zu essen und ein wenig Sightseeing zu machen.

┬á7. Tourentag – Bad Kohlgrub – Schwangau

┬áDie Etappe beginnt die ersten Kilometer mit bergabfahren bis zur B23, der wir bis Saulgrub folgen, mal auf der Stra├če, dann Radweg links, dann Radweg rechts, was ziemlich nervig ist. Am Ende von Saulgrub biegt der BO-K├ľ dann endlich ab in die Landschaft, die Ammerg├Ąuer Alpen. Wir sind gespannt auf die Etappe, da heute lt. Radkarte eine Flu├čdurchwatung ansteht und wir einen Abstecher zur Wieskirch machen wollen. Die Ammerg├Ąuer Alpen haben es wirklich in sich, aber die Landschaft ist sch├Ân.┬á
Kurz hinter Untermogg bleibe ich zur├╝ck um ein Foto zu machen und prompt nimmt mein Sonnenschein den falschen Abzweig. Ich radel nichts ahnend hinterher. Wie wir hinterher festgestellt haben, sind wir auf einen regionalen Radweg abgebogen, der uns in einem gro├čen Bogen auf viel unbefestigten Wald- und Wiesenwegen zur Wieskirch f├╝hrt. Die letzten Kilometer orientieren wir uns an Wanderwegschildern, um ├╝berhaupt noch anzukommen. Aber wir sind angekommen, an der Wieskirch. Die Touristenbusse waren auch schon da und der Regen verfolgt uns auch noch. Nach der Besichtigung radeln wir dann, diesmal bergab, wenn auch langsam wegen der nassen Stra├če, zur├╝ck zum BO-K├ľ-Radweg, der uns dann nach Trauchgau f├╝hrt. Durch das Verfahren, kamen wir auch nicht in den Genuss ein breites Flussbett zu durchwaten. Daf├╝r mussten wir uns mit viel Zeitaufwand ├╝ber eine abgesperrte Weide mit vielen neugierigen Rindern wagen. Wir sind langsam am Weidezaun r├╝ckw├Ąrts geschoben und die Rinderherde folgte uns, damit wir dann ganz schnell zum Gatter radeln und uns an die ├ťberquerung der Weide machen konnten. Die dann noch vereinzelt auftauchenden Rinder mussten wir langsam umradeln und schafften es dann auf die andere Seite zum Gatter, wo bereits eine englische Radfahrgruppe stand, die auch nicht genau wussten, was sie jetzt machen sollte.
Wir gaben Ihnen zu verstehen, das sie halt langsam und ruhig durchradeln m├╝ssen, um die Tiere nicht zu erschrecken.
Kurz darauf kommen wir nach Buching, wo wir wieder vom Radweg abzweigen, um eine Unterkunft anzusehen. Dieses Bett&Bike-Hotel gefiel uns aber gar nicht, also radelten wir weiter am Bannwaldsee vorbei in Richtung Schwangau/F├╝ssen. Wir hatten uns ja nur eine kurze Etappe vorgenommen, da wir nat├╝rlich Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau ansehen wollten.
In Schwangau-Horn bekommen wir dann Hotel J├Ągerhof ein sch├Ânes Zimmer mit Balkon und W├Ąscheleine. Und es ist nicht mehr weit zu den Schl├Âssern und nach F├╝ssen. Wir satteln ab und radeln ohne Gep├Ąck los, um erstmal K&K-Pause zu machen. Danach geht es dann rauf zum Schloss Neuschwanstein. Die letzten H├Âhenmeter gehen wir zu Fu├č an, da es eindeutig zu steil wird. Das Schloss ist f├╝r uns beide eine herbe Entt├Ąuschung. Es sieht aus wie sandgestrahlt, wie im Legoland. Ein Schloss muss doch alt und verwunschen aussehen und nicht nagelneu. Die Touristenmassen, die in gro├čen Gruppen alle 5 Minuten zum Rundgang eingelassen werden, sind nach Nummern sortiert, das gef├Ąllt uns alles nicht – nichts wie weg hier. Wir radeln lieber nochmal nach F├╝ssen und sehen uns dort ein wenig um. Das Wetter ist aber nicht so sch├Ân, das wir lange rumlaufen. Wir machen uns dann noch einen sch├Ânen Fernsehabend auf dem Zimmer und schauen uns die n├Ąchste Etappe in der Karte an.

8. Tourentag – Schwangau – Immenstadt

Nach einem tollen Fr├╝hst├╝ck, mit viel Bio, starten wir in den neuen Tourentag. Wieder in voller Regenausr├╝stung, da es zwar nur leicht, aber st├Ąndig regnet. Nachdem wir F├╝ssen durchquert haben radeln wir entlang des Forggensee parallel zu einer stark befahrenen Bundesstra├če. Nach Achm├╝hle k├Ânnen wir diese dann endlich verlassen und radeln daf├╝r in einem st├Ąndigen auf und ab┬á um den Hopfensee.┬á
Aber auch die n├Ąchsten 10 Km f├╝hrt der Radweg immer entlang von vielbefahren Land- und Kreisstra├čen. Erst ab Osterreuten radeln wir dann durch sch├Âne Landschaften bis nach Eisenberg, wo wir uns wegen einem st├Ąrkerem Regenguss erstmal unter einen Schober├╝berstand unterstellen mussten.
Zwischen Eisenberg und Zell ist der BO-K├ľ zwar sch├Ân durch Landschaft gef├╝hrt, aber wir mussten doch einige Male absteigen und schieben, da uns die Kraft ausging, weil die Anstiege kein Ende nahmen. Aber wenigstens war es inzwischen trocken, zumindest von oben. Nach Zell kam dann noch eine richtig steile Passage mit anschlie├čender steilen Abfahrt und noch viele kleine Anstiege und Abfahrten bis nach Nesselwang. In Hertingen kurz vor Nesselwang kommen wir gerade aus dem Wald geradelt, als ein ganz fieser Hagelschauer runterkommt. Wir fl├╝chten uns zuerst unter die Tannen und kurz danach unter eine Plane von Lagerholz. Leider ist es auch sehr kalt (3,5┬░ auf meinem Tacho) und wir fangen durch das rumstehen an zu frieren. Also nutzen wir das erste nachlassen des Schauers, um langsam weiter bergab zu radeln, was aufgrund der glitschigen Asphaltdecke sehr vorsichtig und langsam geschah. In Nesselwang w├Ąrmen wir uns erstmal mit einem gro├čen Kaffee auf.┬á
In Nesselwang muss auch die Wettergrenze gewesen sein, denn danach kam erstmal Sonnenschein. Das tat uns richtig gut, da wir wussten, dass wir noch viel Berg rauf m├╝ssen┬á zum h├Âchsten Punkt der Tour.
Strahlender Sonnenschein empfing uns dann auch in Oy-Mittelberg und wir freuten uns auf die folgenden Abfahrten, es kann ja nur noch runter gehen, nach dem h├Âchsten Punkt. Oben machten wir aber erstmal eine Bananenpause und genossen den Ausblick. Und dann ging es runter, auch ab und zu mal wieder rauf, aber nur kurz und leicht. Entlang des Rottachsee kamen wir dann noch Vorderburg, wo wir einen Gastwirt vom Staubsaugen abhalten, damit wir eine Fl├Ądlesuppe und Kaffee bekommen.
Dann ging es in st├Ąndigem rauf und runter ├╝ber Kranzegg und Rettenberg nach Immenstadt. Kurz vor Immenstadt fing es wieder an zu nieseln und da die Berge uns viel Kraft gekostet haben, gehen wir dort in die Touristinfo um ein Zimmer zu finden.
Gleich nebenan im Hotel Drei K├Ânig (ausnahmsweise mal kein Bett&Bike) ist ein Zimmer f├╝r uns frei. Nachdem wir uns frisch gemacht und die Klamotten zum trocknen aufgeh├Ąngt haben, machen wir uns auf zu einem gro├čen Stadtspaziergang. Abends gibt es dann noch lecker Essen, mit Rhabarberkompott zum Nachtisch, lecker!

┬á9.┬áTourentag – Immenstadt – Kressbronn/Tunau

Am Abend nach der Wettervorhersage haben wir noch beschlossen, ganz fr├╝h und ganz schnell aus Immenstadt abzuhauen, da doch tats├Ąchlich noch Schnee und kalte Temperaturen angesagt wurden. Am Morgen regnet es auch bei nur 3 Grad ├╝ber Null. In voller Regenmontur machen wir uns auf den Weg. Wieder wird der Radweg aus der Stadt raus entlang einer viel befahrenen Stra├če gef├╝hrt, eh er in Hub abbiegt zum Alpsee. Hier radeln wir immer entlang, mal rechts, mal links der Bahnstrecke. L├Ąstig war nur, das wir in jeder Ortschaft erst den Berg rauf mussten, um am Ortsende wieder runter zu rollen.
Erst bei Oberstaufen wurde es dann wieder heftig mit den Anstiegen. Trotz aller Strapazen war der BO-K├ľ aber die ganze weitere Strecke in sch├Âner Landschaft gef├╝hrt. Kurz nach Eglofs sehen wir auf einmal ein Schild zur Landesgrenze Bayern, wir haben garnicht gemerkt, das wir Bayern kurzzeitig verlassen hatten und durch Baden-W├╝rttemberg geradelt sind. Wir wunderten uns noch ├╝ber die Landesgrenze, als wir links abbiegen mussten und sich vor uns eine echt schlimme Steigung auftat. Der Ort Syrgenstein, nach dem Privatschlo├č Syrgenstein benannt, wird uns in ewiger Erinnerung bleiben. Die uns entgegenkommenden Radler hatten schon qualmende Bremsgummis und wir konnten gleich absteigen und die n├Ąchsten 500 mtr raufschieben. Diese Steigung werden wir nie vergessen. Wir haben noch ein Video, wo mein Sonnenschein oben angekommen, sich auf ihr Fahrrad legt und um Luft ringt.
Nach einer l├Ąngeren Pause ging es dann fast nur noch bergab in Richtung Lindau am Bodensee. Auch das Wetter wurde immer besser. In Lindau angekommen suchten wir, wie auch am Startpunkt, nach einem offiziellem Schild f├╝r den Beginn/Ende des Radwegs. Aber es war nichts zu finden. Da Lindau auch keinen allzu sch├Ânen Eindruck auf uns machte, sind wir wieder von der Stadt-Insel runter geradelt und haben die ersten Kilometer┬á vom Bodensee-Radweg in Angriff genommen. Wir wollten noch nach Friedrichshafen, aber die Beine sind jetzt m├╝de, sodass wir in Wasserburg nochmals in einem sch├Ânen Cafe eine K&K-Pause einlegten, jetzt schon draussen im Garten. Kurz nach der Weiterfahrt entdecken wir durch Zufall links des Weges ein Haus mit einem Bett&Bike-Schild. Da uns das Haus auf Anhieb gef├Ąllt fragen wir nach einem Zimmer und bekommen auch eins – und was f├╝r eins!! So landen wir in Kressbronn-Tunau am Bodensee.
Das Zimmer liegt zwar in der 3. Etage, aber es ist gro├č, mit Schlafteil und Wohnteil und einem gro├čen Badezimmer in nagelneuem Zustand, mit ├╝bergro├čer Duschwanne. Wir haben uns richtig wohl gef├╝hlt. Nat├╝rlich haben wir noch einen Spaziergang an den Bodensee gemacht und die tolle Aussicht auf die noch schneebedeckten Berge in der Schweiz genossen. Ein sehr gutes Abendessen in einem tollen Ambiente gab es im Hotel auch noch – und das Fr├╝hst├╝ck am n├Ąchsten Morgen – himmlisch.
Wir haben das Bett&Bike ÔÇ×DorfkrugÔÇť als das sch├Ânste dieser Tour nominiert. Es hat wesentlich mehr Zimmer, als es im Bett&Bike-Verzeichnis steht. Auf unsere Nachfrage beim Inhaber, erkl├Ąrt dieser uns, das er bewu├čt weniger Zimmer angibt, da sonst sich immer gro├če Gruppen anmelden/reservieren und dann nicht erscheinen.

10. Tourentag, Kre├čbronn-Tunau – Sipplingen

Nach unserem himmlischen Fr├╝hst├╝ck in einem ganz tollem Ambiente machen wir uns wieder auf den Weg. Heute ist nur eine kurze Etappe vorgesehen, da wir nach den Strapazen des BO-K├ľ-Radweges einen Sauna-Aufenthalt in der Bodenseetherme ├ťberlingen geplant haben, um die Muskulatur ein wenig zu entspannen.
Bei leicht bew├Âlktem Himmel radeln wir einen fast ebenen Bodensee-Radweg lang. Es sind schon viele Weinberg und Apfel- und Kirschbaum-Plantagen zu sehen. Kurz nach dem Start sehen wir in Langenargen eine au├čergew├Âhnliche Spannseil-Br├╝cke.
Ein Teilst├╝ck des BSEE-Radweges zwischen Friedrichshafen und Fischbach wird leider wieder an einer stark befahrenen Bundesstra├če gef├╝hrt. In Fischbach geht mir der L├Ąrm so was von auf den …, dass ich kurzentschlossen rechts abbiege, um von der Bundesstra├če weg zukommen. Mein Sonnenschein war ganz ├╝berrascht. Zum Gl├╝ck fanden wir gleich einen B├Ącker, wo wir erstmal eine K&K-Pause einlegen.
Weiter geht es kurz danach ohne die Bundesstra├če, so dass wir den Ausblick auf den Bodensee auch wieder genie├čen k├Ânnen. In Meersburg f├╝hrte der Radweg direkt am Hafen vorbei, wo viel F├Ąhrbetrieb war. Dann kommen wir in ├ťberlingen an der Therme vorbei, m├╝ssen aber noch 4 Km weiter nach Sipplingen zu unserer Pension Bettina. Diese ganz gute Pension lag leider wieder oben am Berg, so dass wir nochmals schieben mussten. Ein gro├čes Zimmer mit gro├čem Balkon, der einen herrlichen Blick auf den Bodensee bietet.
Nach dem abladen des Gep├Ącks, haben wir unsere Latschen genommen und sind die 4 km zur├╝ck zur Therme geradelt. Kurz Bademantel und Saunatuch geliehen und schon waren wir am ausspannen. Die Bodenseetherme bietet das ÔÇ×gr├Â├čte Tauchbecken der WeltÔÇť, den Bodensee (11┬░). Die Erfrischung nach dem Saunagang ist grandios.
Nach 7 Stunden sind wir und unsere Muskeln erfrischt und entspannt und wir radeln auf einen D├Âner noch durch ├ťberlingen. Den D├Âner genie├čen wir an der Strandpromenade.
Zur├╝ck in Sipplingen, f├Ąllt der Fernsehabend heute aus, wir fallen ins Bett und schlafen ein.

11. Tourentag, Sipplingen – Lottstetten

Nach einem durchschnittlichen Fr├╝hst├╝ck machen wir uns fr├╝hmorgens bei herrlichem Wetter wieder auf den Weg. Von der Pension erstmal kr├Ąftig bergab und dann durch tollen Landschaften entlang des Bodensee. Bis G├╝ttingen folgen wir noch dem Bodensee-Radweg, um dann direkt nach Radolfzell abzuk├╝rzen, da wir nicht den Schlenker ├╝ber Konstanz machen wollten, und folgten dann wieder dem BOSEE-Radweg entlang dem Zellersee bis zur Rheinm├╝ndung bei Stein am Rhein. Dort machen wir erstmal eine Pause, stehen dann bei unseren Fahrr├Ądern ├╝berlegen angestrengt wo und wie es weitergeht. Nach intensivem Kartenstudium sind wir nicht viel schlauer, bis wir uns mal umdrehen – und siehe da – gr├Â├čer kann das Hinweisschild gar nicht sein!
Wir folgen der Rheinroute D8, die sehr sch├Ân und abwechslungsreich mal am Rhein und mal durch die angrenzenden Landstriche f├╝hrt. Zum Leidwesen von meinem Sonnenschein sind immer noch viele Anstiege zu bew├Ąltigen. Sie hatte gedacht, das dies nach dem Allg├Ąu ein Ende h├Ątte – ich habe aber auch vorher nichts davon erz├Ąhlt.
In Schaffhausen (Schweiz) schieben wir durch eine wundersch├Âne Innenstadt. Eine hei├če Schokolade g├Ânnen wir uns auch noch, da merkten wir das die Schweiz ein wirklich teures Pflaster ist. 5,90 f├╝r eine Tasse Schokolade, wenn auch sehr lecker, ist ziemlich viel Geld. Schaffhausen ist anscheinend ein Radfahrer-Paradies. ├ťberall sehen wir Reiseradler, Mountainbiker und Rennradfahrer. Nun sind wir st├Ąndig am pendeln zwischen Deutschland und der Schweiz, bis wir nach Lottstetten kommen, f├╝r das wir uns w├Ąhrend der Pause in Schaffhausen als Tagesziel entschieden haben. Laut Karten ging der Radweg immer an einer Bahnstrecke lang, also keine allzu gro├čen Steigungen (max. 3 %) zu erwarten. Denkste – rauf und runter mit knackigen Anstiegen kosteten uns die letzten K├Ârner und wir waren froh endlich in Lottstetten anzukommen.┬á
Kleiner Ort mit Kirche, aber ein Lokal und Hotel neben dem anderen. Was ist hier denn los? Unser ausgesuchtes Bett&Bike-Hotel sieht irgendwie zu aus, also radeln wir zu einem anderen zur├╝ck, welches wir schon gesehen haben – leider alles belegt, also weiter suchen. Ein Radler spricht uns an und gibt uns einen Tipp f├╝r eine Privatpension um die Ecke. Radeln wir hin und klingeln. Nach einigen schlechten Erfahrungen an der Ostsee und Weser schauen wir uns die Zimmer aber jetzt vorher an, und diese Pension entsprach nun garnicht unseren Anspr├╝chen. Nun war guter Rat teuer. Also nochmals zum Bett&Bike-Hotel und nachschauen oder anrufen. Also wir davor standen und immernoch alles dunkel war, schauten wir mal um das Haus rum und stellten fest, das vorne nur das Restaurant war, das Hotel dahinter. Ich also rein ins Hotel – aber es ist nur der Sohn da, der keine Auskunft geben konnte. Also weiter – zu dem zweiten Bett&Bike-Hotel im Ort, welches uns rein ├Ąu├čerlich nicht so zusagte.Ich dort wieder rein – 2 Mitarbeiter an der Rezeption, die mich aber einfach nicht zur Kenntnis nahmen. Nach ca. 5 – 6 Minuten des Wartens kam mein Sonnenschein hinterher (Hilfe – wer passt denn auf die Fahrr├Ąder auf?) und sagt mir, das der Hotelbetreiber vom anderen Bett&Bike (der Vater) sie gerade gesucht und angesprochen hat, das er ein Zimmer f├╝r uns hat. Also verlassen wir beide zusammen dieses nicht sehr nette Hotel, um in unserem vorher schon ausgesuchten Wunschhotel einzuziehen. Kaum auf der Stra├če bei den Fahrr├Ądern angekommen, kommt uns einer der Mitarbeiter dieses nicht netten Hotel uns hinterher gelaufen und bietet uns ein Zimmer an. Ich sage ihm ein, zwei nicht sehr nette S├Ątze und dann radeln wir zu unserem Wunschhotel (Hotel Hirschen, Lottstetten). Was ein Gl├╝ck – ein gutes Zimmer mit Bad im ersten Stock – und das zum Sonderpreis, als Entschuldigung f├╝r die Faulheit des Sohnes. Auch wenn es unseren Beinen nach den vielen, schweren Kilometern auf dem Rad schwer f├Ąllt die Treppe hoch zu kommen, satteln wir ab, machen uns frisch und ziehen in den Ort zum Sightseeing und essen. Essen gehen wir in der Engelscheune, wo ja alle ZImmer belegt waren. Da auch die Einheimischen sehr neugierig sind, kommen wir ins Gespr├Ąch und fragen erstmal, was denn in diesem Dorf mit Kirche los ist. Die Schweiz ist wieder schuld. Die Schweizer kommen alle hier zum essen etc. r├╝ber, weil es hier viel billiger ist. Daher die vielen Hotel und Restaurants. Der ÔÇ×SchwabentopfÔÇť schmeckt super und das Weizen haben wir uns verdient. Danach gibt es noch einen langen Verdauungsspaziergang durchs ganze Dorf und dar├╝ber hinaus. Eine herrliche Landschaft. Dann geht es ins Bett zum Fernsehen gucken.

12. Tourentag, Lottstetten – Rheinfelden

Am n├Ąchsten Morgen begr├╝├čt uns schon die Sonne. Ohne Regenklamotten und nur leicht bekleidet starten wir noch in Lottstetten mit dem ersten, leichten Anstieg. Die Abfahrt hatten wir schon am Abend vorher beim Spaziergang erkundet, damit wir auch gleich ins Rollen kommen. So ging es fl├╝ssig auf der Rheinroute D8 weiter und schon wechseln wir in die Schweiz und sehen einen netten Radfahrer an der Hauswand. Bei G├╝nzgen kommen wir wieder nach Deutschland und kurz danach sind wir wieder am Rhein.
Zur ersten K&K-Pause m├╝ssen wir kurz vom Radweg abbiegen, da es am Rhein kein B├Ącker oder Caf├ę gibt. In nur leichtem auf und ab radeln wir entlang des Rhein nach Waldshut, wo wir kurz nach der Stadt ├╝ber eine sehr sch├Âne und alte Viaduktbr├╝cke radeln. Wir kommen entlang des Rhein noch bis Murg, wo wir uns vor der Mittagshitze in ein nettes Dachterrassenrestaurant verziehen, um eine Kleinigkeit zu essen und vor allem ein k├╝hles Weizen (nat├╝rlich alkoholfrei) zu trinken. Nach einer Stunde Rast schwingen wir uns wieder auf den Sattel und radeln weiter. Bei Bad S├Ąckingen sehen wir eine sehr sch├Âne Holzbr├╝cke ├╝ber den Rhein. Kurz danach radeln wir durch ein Naturschutzgebiet, wo an einem Sonntag und tollem Wetter sehr viel Spazierg├Ąnger unterwegs sind. Auf einmal sitzen/liegen moderne Wegelagerer (Schw├Ąne) auf dem Weg und wenn man sie nicht weit genug umkurvte, zischten sie uns gef├Ąhrlich an.In Rheinfelden finden wir auch am Sonntag eine offene B├Ąckerei und wir nutzen dieses Gl├╝ck f├╝r eine weitere K&K-Pause. Dabei bl├Ąttern wir wieder in unserem Bett&Bike-Verzeichnis, um zu sehen wie weit wir heute noch radeln werden. Wir finden ein Hotel in Rheinfelden und als wir uns mal so umschauen, sehen wir direkt vor uns am Pfeiler auch gleich ein Hinweisschild zu diesem Hotel. Spontan entschlie├čen wir uns mal um die Ecke zu gehen und nach einem freien Zimmer zu fragen. Der Juniorchef vom Hotel Oberrhein (sehr nett!!!) empf├Ąngt uns erstmal mit einem k├╝hlen Orangensaft und einer netten Plauderei. Dann nehmen wir unser Zimmer in Beschlag und kurz danach sieht es (wie an jedem Tag der Radtour) chaotisch im Zimmer aus. Nach dem frisch machen gehen wir in aller Ruhe die Stadt erkunden, was am Sp├Ątnachmittag bei nachlassenden Temperaturen angenehm ist. Beim bereits gefunden B├Ącker essen wir noch einen kleinen Snack zu Abend, bevor wir uns dann zum┬á
Fernsehabend aufs Hotelbett schmeissen.

13. Tourentag, Rheinfelden – Breisach

Nachdem wir ungew├Âhnlich lange ausgeschlafen haben, gibt es ein sehr reichhaltiges Fr├╝hst├╝ck, sodass wir erst sp├Ąt auf die Piste kommen. Wir radeln durch viele kleine Ortschaften und sind weit weg vom Rhein. Erst kurz vor Basel sehen wir ihn wieder. Die Rheinroute D8 ist hier eine einzige Baustelle und f├╝hrt au├čerhalb des Zentrum durch die vorgelagerten Industriegebiete, ist nicht so sch├Ân, aber daf├╝r ruhig, ohne viel Verkehr.
Nachdem wir Basel passiert haben, machen wir erstmal K&K-Pause am Stauwerk Kembs und informieren uns ├╝ber den Verlauf der Veloroute Rhein.
Dann geht es immer auf wundersch├Ânen Deichwegen entlang des Rheins mit herrlichen Blicken nach Frankreich r├╝ber. Auf dem BO-K├ľ-Radweg haben wir durch unser verfahren die angesagte Flussbettdurchquerung umgangen und hier am Rhein stehen wir auf einmal vor einem nicht angesagten Zufluss des Rhein, welchen wir durchqueren m├╝ssen, da wir keine Ausweichm├Âglichkeit gefunden haben. Also alles absatteln, Badelatschen anziehen, da das Flussbett sehr steinig ist, und alles einzeln r├╝bertragen, da das Wasser ca. 50 cm tief ist und wir kein Wasser in unserer Rohloff-Nabe haben wollten. Das war mal wieder eine tolle Erfahrung und hat Spa├č gemacht.┬á
In Bad Bellingen irren wir umher, um den Rewe f├╝r den Proviantkauf zu finden und eine kurze Pause zu machen. Da wir nicht wieder ├╝ber den Berg zur├╝ck zum Rheinradweg wollten, sind wir einen regionalen Radweg (Markgr├Ąfler Radwanderweg) Richtung Norden weitergefahren und kamen dann bei Neuenburg wieder an den Rhein. Die Hitze zwingt uns, alle 30 Minuten f├╝r eine kurze Trinkpause anzuhalten. Nicht immer finden wir einen Schattenplatz am Rhein. Als wir in Breisach einrollen, finden wir am Schiffsanleger einen netten Biergarten, wo wir im Schatten erstmal ein Weizen trinken und in unserem Bett&Bike-Verzeichnis nach den n├Ąchsten Unterk├╝nften schauen. Das Hotel Breisacher Hof sagt uns zu, also rufen wir dort an und bekommen ein Zimmer. Da es noch fr├╝h am Tag und immernoch sehr warm ist, besuchen wir nach dem absatteln erstmal eine Eisdiele und erkunden dann die Stadt inkl. Stephanm├╝nster. Da der Anstieg zum M├╝nster sehr anstrengend war, essen wir dort oben gleich zu Abend, in einem Bistro mit herrlichem Ausblick auf den Kaiserstuhl und die Vogesen.

┬á14.┬áTourentag, Breisach – Scherzheim

Fr├╝hmorgens starten wir in den Tag, da die Wettervorhersage hohe Temperaturen vorhergesagt hat. Gleich am Ortsende von Breisach sehen wir schon die Freiheitsstatue. Immer geradeaus am Rhein entlang, wo sich die Feinschotter-Wege gut fahren lassen.
Nach 20 Km biegt der Rheinradweg pl├Âtzlich nach rechts vom Rhein weg und wir radeln durch ein gro├čes Naturschutzgebiet, wo uns auch viele Vogelkundler ├╝ber den Weg laufen. Im n├Ąchsten Ort – Weisweil – machen wir die erste K&K-Pause an einem lauschigen Bach direkt beim B├Ącker, wo wir die Enten beim futtern beobachten k├Ânnen.
Dann geht es weiter durch das Naturschutzgebiet und wir kommen nach knapp 10 km wieder an den Rhein. wo es wieder stetig geradeaus ging, die leichten Biegungen bekamen wir gar nicht so mit. Nach 20 Km kam eine Umleitung, da sich ein Kieswerk dort breiter gemacht hat. Statt am Rhein folgen wir jetzt regionalen Radwegen ├╝ber Mei├čenheim und Neuried Richtung Norden zur├╝ck zum Rhein zur├╝ck. Kaum wieder am Rhein, der etwas Abk├╝hlung bringt, verlassen wir den Rheinradweg schon wieder, um in Goldscheuer die starke Mittagshitze abzuwarten. In Goldscheuer finden wir gleich einen Edeka, um reichlich Wasser nachzukaufen und gegen├╝ber eine B├Ąckerei, bei der wir unterm Sonnenschirm die Mittagspause verbringen. Der Fahrradtacho zeigt mittlerweile 41┬░ in der Sonne an, sodass wir auch die Fahrr├Ąder mit unter die Schirme nehmen, um die Leders├Ąttel und die Reifen zu sch├╝tzen.
W├Ąhrend der Weiterfahrt m├╝ssen wir wieder alle 30 Minuten eine Trinkpause einlegen und so passieren wir Strasbourg um immer weiter geradeaus den Rhein hinauf zu radeln. W├Ąhrend der n├Ąchsten Pause schauen wir nach einer geeigneten Unterkunft im Bett&Bike-Verzeichnis und reservierten uns im Hotel Blume in Scherzheim ein Zimmer. Am sp├Ąten Nachmittag gegen 17:30 Uhr erreichen wir das Hotel und wundern uns, das wir trotz der Hitze 120 Km geradelt sind.

15. Tourentag, Scherzheim – Lampertheim

Nachdem wir das reichhaltige Fr├╝hst├╝ck im Bett&Bike genossen haben, satteln wir auf und radeln los. Unser Ziel ist heute Lampertheim, weil wir nach Hessen wollten, um mit einer g├╝nstigen Bahnkarte (Quer-durchs-Land-Ticket) das Bundesland Hessen zu ├╝berbr├╝cken, da wir langsam zum Ende kommen wollten, da uns das Allg├Ąu doch geschafft hat.
Wir radeln von Scherzheim direkt nach Norden, um wieder an den Rhein zu kommen, durchqueren Ulm (nicht Donau, sondern Rhein) und folgen dem OR (Ortenau-Radweg) zur├╝ck zur Veloroute Rhein. Leider ist die Veloroute ab hier in keinem guten Zustand, aber wir radeln trotz der W├Ąrme munter weiter. In den Aussenbezirken von Karlsruhe verschwindet die Ausschilderung und wir radeln viele Umwege, machen in einem Biergarten eine Weizenpause, um die Weiterfahrt mit Karte und GoogleMaps zu planen. ├ťber einige Autostra├čen finden wir dann endlich den Weg zur├╝ck an die Veloroute Rhein. Diese f├╝hrt leider lange Kilometer durch das Industriegebiet Knielingen mit vielen Raffinerien – nicht sehr sch├Ân. Nachdem wir dies endlich hinter uns hatten, war uns die Lust aufs radeln auch vergangen – also bogen wir auf einen regionalen Radweg ab, um zum n├Ąchsten Bahnhof (Stutensee) zu kommen, um mit dem Zug nach Mannheim zu fahren. In Mannheim angekommen, finden wir wieder aufgrund unzureichender Ausschilderung den Neckarradweg nicht, also fahren wir nach Nase und Google, um erstmal an den Neckar zu kommen, denn dort muss er ja irgendwo sein, der Neckarradweg. Wir finden den Neckar und den Radweg, der leider in einem sehr schlechten Zustand ist und wieder durch Industriegebiete f├╝hrt. Wir streifen den Altrhein und landen wieder am Rhein. Pl├Âtzlich endet der Radweg nach einem Schwenk am Altrhein und wir stehen vor einer F├Ąhre. Damit hatten wir nicht gerechnet (obwohl in der Karte eingezeichnet – hatten wir aber ├╝bersehen), zu unserem Gl├╝ck ist die F├Ąhre mit Kettenzug auch am sp├Ąten Abend noch in Betrieb. Nur f├╝r uns beide und unsere R├Ąder setzt der F├Ąhrmann ├╝ber. Dann machen wir uns auf die letzten 10 km nach Lampertheim, wir rufen erst nochmals im Hotel an, das wir sp├Ąter als geplant eintreffen. Kurz vor dem Ziel kommen wir noch an eine Umleitung, die aber diesmal sehr gut ausgeschildert ist. Dann erreichen wir das Hotel Darmst├Ądter Hof, wo uns die Wirtin schon mit gek├╝hlten Wasser erwartete.
Nach dem Einchecken radeln wir nochmals los, um zu Abend zu essen und am Bahnhof nach den Zugverbindungen, Gleis etc. zu schauen. Dann machen wir uns noch einen netten Fernsehabend, da wir morgen nicht fr├╝h raus m├╝ssen, da der Zug erst um 10 Uhr f├Ąhrt.

16. Tourentag, Lampertheim – Oedelsheim/Oberweser

Nach ausgiebigem Fr├╝hst├╝ck und dem Anrichten eines Lunchpaketes f├╝r die Zugfahrt machen wir uns auf zum Bahnhof. Unterwegs m├╝ssen wir noch kurz in der Apotheke, um ein Zeckenbiss verarzten zu k├Ânnen. Im Bahnhof mussten wir erstmal die R├Ąder die Treppe zum Gleis rauftragen. Statt alle Taschen abzusatteln, haben wir einfach zu zweit jedes Rad raufgetragen. Der Regionalexpress brachte uns nach Frankfurt, wo wir in den bereit stehenden Regionalexpress nach Kassel umstiegen. Das umsteigen war im Kopfbahnhof sehr angenehm, da keine Treppen zu bew├Ąltigen sind. Aber Treppen sind wir bei der Bahn gew├Âhnt, da, selbst wenn mal ein Fahrstuhl vorhanden ist, in diesen kaum ein Fahrrad reinpasst.
Mittags kommen wir in Kassel Hbf bei strahlendem Sonnenschein an. Wir dachten jetzt geht es nur noch bergab zur Fulda – aber wieder falsch gedacht. Erst ging es runter, um gleich darauf wieder steil bergan zu gehen. Oben angekommen war dann nur noch ein Schild vom Hessischen Radweg 1 zu sehen, welches rechts ab anzeigte, w├Ąhrend die Karte geradeaus meinte, und dann kam nichts mehr. Nach einiger Zeit haben wir daher angehalten und haben uns mit Google Maps orientiert, da die Ausk├╝nfte eines Passanten v├Âllig verwirrend waren. Dann sind wir ein wenig zur├╝ck geradelt und nach Karte ├╝ber einen sehr holprigen Ackerrandweg weitergeradelt. ├ťber einige Br├╝cken kamen wir dann pl├Âtzlich an der Fulda an. Ein super Radweg, herrliche Landschaften bei super Wetter. Bereits nach wenigen Kilometern sind wir so begeistert, das wir beschlie├čen unsere diesj├Ąhrige Abschlu├čtour im Fr├╝hherbst dem gesamten Fuldaradweg zu widmen.
Bereits nach 25 Km sind wir dann in HannM├╝nden, wo sich Fulda und Werra k├╝ssen und ihren Namen b├╝ssen m├╝ssen. Da wir HannM├╝nden schon vielfach erradelt haben, radeln wir einfach weiter. Zuerst auf der falschen Weserseite, da ich meinem Sonnenschein die gro├čen Anstiege auf den letzten Tourentagen ersparen wollte. Da die Seite aber nicht so sch├Ân gef├╝hrt ist (viel an der Bundesstra├če) kehren wir schnell um und wechseln die Weserseite. Kurz nach HannM├╝nden durchqueren wir Gimbte, wo uns ein Schild von einem Caf├ę /Biergarten direkt an der Weser ins Auge f├Ąllt. Spontan biegen wir ab und landen nach 100 Metern tats├Ąchlich an einem Biergarten mit Blick auf die Weser. Das sch├Âne Wetter l├Ądt zur Pause ein. Lecker Apfelkuchen gibt es auch noch – Radler was willst du mehr. Das alkoholfreie Weizen gibt unseren Beinen wieder Kraft, so das wir trotz des welligen Gel├Ąndes weiter bis nach Oedelsheim radeln, wo wir ein sehr sch├Ânes Bett&Bike-Hotel finden.
Ich wei├č ja, das morgen so einiges auf meinen Sonnenschein zukommt, da ich die Weser schon seit Jahren rauf und runter fahre. Der Weserradweg ist zwischen Nienburg und HannM├╝nden die ideale Strecken, um die Saison einzul├Ąuten und Kondition aufzubauen.┬á

17. Tourentag, Oedelsheim/Oberweser – Polle

Das hei├če Wetter ist vor├╝ber. Die Nacht hat es angefangen zu regnen. Morgens k├Ânnen wir aber noch in kurzer Hose, aber mit Windjacke, starten. Es geht immer an der Weser lang, mit vielen leichten Anstiegen, kurz vor┬á Bad Karlshafen dann aber meine Lieblingssteigung, mal eben von der Weser auf den Berg rauf, mit 25 % Steigung. Gute Geister haben aber oben eine Parkbank hingestellt, damit man erstmal wieder Luft holen kann, was man auch braucht, wenn man rauf geschoben hat.
Daf├╝r haben wir dann aber beim weiterradeln etliche sch├Âne Ausblicke auf die Flusslandschaft und dann auch auf Bad Karlshafen. Leider konnten wir dort keinen gescheiten B├Ącker finden, sodass wir bis nach W├╝rgassen weiterradeln, wo wir eine nette Dorfb├Ąckerei finden um unser K&K-Pause zu machen. Bei diesem Halt m├╝ssen wir dann leider auch unsere Regenklamotten anziehen, da ein feiner Nieselregen einsetzt. Bis nach F├╝rstenberg wird der Regen immer schlimmer, sodass wir uns kurz in einer Wanderh├╝tte unterstellen m├╝ssen und unser Lunchpaket verzehren. Nach 20 Minuten k├Ânnen wir dann endlich weiter radeln und wir kommen nach H├Âxter. Dort ├╝bersehen wir anscheinend eine Ausschilderung? (pr├╝fen wir bei der n├Ąchsten Tour) und radeln geradeaus weiter und landen in einer Wiese. Wir googeln mal kurz, aber GoogleMaps f├╝hrt uns am Wiesenrand zu einem Flussbett, wo es nicht weitergeht (dies habe ich erst zu Fu├č gepr├╝ft, sodass uns das schieben und tragen der R├Ąder und die Umkehr, erspart blieb). Wir radeln zur├╝ck und eine Spazierg├Ąngerin f├╝hrt uns wieder auf den richtigen Weg.┬á
In Holzminden verlassen wir kurz den Weserradweg, um eine Mittagspause einzulegen. Bei dann besserem und trockenem Wetter radeln wir dann erstmal ├╝ber die Weser r├╝ber, da unser Ziel Polle (Aschenputteldorf) auf der anderen Seite liegt und sonst nur mit der F├Ąhre erreichbar w├Ąre. Dies wussten wir alles bereits von unser Niedersachsen-Rundtour, wo Polle unser erstes Etappenziel war, wir wegen Kraftmangel nicht hingekommen sind. Dieses Jahr haben wir uns Polle aber fest vorgenommen. Wir passieren den Markierungsstein ÔÇ×├ľstlichster Winkel WestfalensÔÇť und radeln dann nach Polle rein, wo wir zum Hotel noch einen leichten Anstieg bew├Ąltigen m├╝ssen.┬á
Nach beziehen des Zimmers haben wir uns aufgemacht, um die Burg Polle (13. Jahrhundert – Graf von Everstein) zu besteigen. Bei jetzt sehr gutem Wetter hatten wir herrliche Ausblicke in alle Richtungen. Danach ging es ins Hotel, wo wir im Biergarten ein super Abendessen genie├čen. Nach dem anschlie├čenden Verdauungsspaziergang ziehen wir uns zum Fernsehabend zur├╝ck aufs Zimmer.

18. Tourentag, Polle – nach Hause

Unser letzter Tag sieht morgens beim aufstehen ziemlich neblig aus. Nach dem Fr├╝hst├╝ck rollen wir runter zur Weserf├Ąhre, die mit Zugseilen nur durch die Str├Âmung zum anderen Ufer bewegt wird. Noch k├Ânnen wir nicht viel sehen, aber die Sonne ist durch die Nebelb├Ąnke zu erkennen. Wir radeln durch bekannte Landschaften entlang der Weser bis zum Atomkraftwerk Grohnde. Kurz danach verlassen wir die Weser, um querfeldein in Richtung nach Hause zu radeln. In Springe am Deister machen wir nochmal Mittagspause, da der Weg doch l├Ąnger als gedacht wird. Man denkt immer, man ist schon fast zu Hause, da das Gebiet von den vielen Wochenendtouren schon bekannt ist, aber es zieht sich dann doch noch hin. Au├čerdem haben wir wieder nicht daran gedacht das wir am Deister doch so einige Anstiege zu bew├Ąltigen haben. Man denkt immer nur an zu Hause und blendet alles andere aus.
Nach der Mittagspause nehmen wir das letzte St├╝ck in Angriff und umrunden den Deister, um dann immer geradeaus Richtung nach Hause zu radeln. Heranziehende dunkle Wolken lassen uns nochmals kr├Ąftig in die Pedale treten und tats├Ąchlich schaffen wir es auch noch rechtzeitig. Wir k├Ânnen unsere gro├če Tour zu Hause auf der Haustreppe wie gewohnt mit einem gro├čen Eisbecher abschlie├čen, bevor der gro├če Regenguss runter kommt. Da sind wir schon beim auspacken. Am Sonntag ist gro├čer Waschtag und wir gehen schon mal ans planen der Fulda-Radtour, am Montag geht es den ganzen Tag zum entspannen in die Sauna.

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